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International 06.03.2026, 05:03 Aktualisiert: 06.03.2026, 23:07

Trump entlässt Heimatschutzministerin Noem nach umstrittener Amtsführung und FEMA-Kritik

US-Präsident Trump entließ Heimatschutzministerin Noem nach Kritik an Migrationspolitik und einer 220-Millionen-Dollar-Werbekampagne.

Wichtige Fakten

  • US-Präsident Trump entließ Heimatschutzministerin Noem nach Kritik an Migrationspolitik und einer 220-Millionen-Dollar-Werbekampagne.
  • Bei ICE-Einsätzen in Minneapolis wurden zwei US-Bürger erschossen; Noem bezeichnete sie als inländische Terroristen.
  • FEMA-Mitarbeiter kritisieren Noems Führung, die die Katastrophenschutzbehörde durch Mikromanagement und Kürzungen geschwächt habe.
  • Demokraten kürzten Gelder für das Heimatschutzministerium, was zu einem teilweisen Regierungs-Shutdown führte.
  • Noems designierter Nachfolger Markwayne Mullin verspricht weniger polarisierenden Kurs, bleibt aber bei konservativer Einwanderungspolitik.

Entlassung nach umstrittener Amtsführung

US-Präsident Donald Trump hat Heimatschutzministerin Kristi Noem entlassen, nachdem ihre Migrationspolitik zunehmend in die Kritik geraten war. Noem, die für die Einwanderungs- und Zollbehörde ICE verantwortlich war, stand für Massenabschiebungen beispiellosen Ausmaßes, die im ersten Jahr 675.000 Menschen erreichten, aber unter Trumps Ziel von einer Million pro Jahr blieben. Ihre umstrittenen Polizeieinsätze, bei denen es zu tödlichen Vorfällen wie in Minneapolis kam, wo die Amerikaner Renee Good und Alex Pretti erschossen wurden, führten zu öffentlicher Empörung. Noem bezeichnete die Opfer als inländische Terroristen, was Augenzeugenvideos widersprach und Spitznamen wie "ICE Barbie" provozierte.

Kritische Senatsanhörung als Auslöser

Den endgültigen Anstoß für die Entlassung gab eine Senatsanhörung, in der Noem eine 220-Millionen-Dollar-Werbekampagne ihres Ministeriums verteidigen musste, die sie selbst in den Mittelpunkt stellte. Republikanische Senatoren wie John Kennedy und Thom Tillis kritisierten nicht nur die Kosten, sondern auch Noems frühere Entscheidung, ihren Jagdhund Cricket zu erschießen, was sie als Beispiel für schlechte Führung anführten. Trumps Dementi, über die Kampagne informiert gewesen zu sein, besiegelte ihr Schicksal, und sie wurde zudem mit weiteren Kontroversen konfrontiert, darunter der Kauf von Luxusjets und die "Blanketgate"-Affäre um ihren Stabschef Corey Lewandowski, der ebenfalls das Ministerium verlässt.

FEMA-Kritik und Korruptionsvorwürfe

Nach der Entlassung kündigte der demokratische Senator Richard Blumenthal eine Perjury-Untersuchung gegen Noem an, da er Beweise dafür hat, dass sie bei der Senatsanhörung über die Rolle von Lewandowski bei der Vertragsvergabe gelogen habe. Zudem kritisieren aktuelle und ehemalige Mitarbeiter der Federal Emergency Management Agency (FEMA) Noems Führung, die die Katastrophenschutzbehörde durch Mikromanagement, Kürzungen und die Verschiebung von Milliarden an Hilfsgeldern geschwächt habe. FEMA-Mitarbeiter feierten ihre Entlassung, da Noem die Behörde in den schlechtesten Zustand seit vor 2005 gebracht habe.

Demokratische Reaktionen und Ausblick

Demokraten begrüßten Noems Entlassung, forderten jedoch grundlegende Reformen des Heimatschutzministeriums, um ICE professionalisierter zu machen. Sie haben bereits Gelder gekürzt, was zu einem teilweisen Regierungs-Shutdown führte. Senator Andy Kim kündigte an, gegen Noems designierten Nachfolger Markwayne Mullin zu stimmen, der einen weniger polarisierenden Kurs verspricht, aber an der konservativen Einwanderungspolitik festhalten will. Die Entlassung markiert somit einen Wendepunkt in der US-Migrationsdebatte, während die tiefgreifenden Konflikte um ICE und die Schwächung von FEMA weiterhin bestehen bleiben.

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