Teilen:
International 22.02.2026, 09:52

Trump will Lazarettschiff nach Grönland schicken: Dänemark und Grönland lehnen ab

US-Präsident Trump kündigte in einem Truth Social-Post ein Lazarettschiff für Grönland an, ohne Belege für einen Bedarf.

Wichtige Fakten

  • US-Präsident Trump kündigte in einem Truth Social-Post ein Lazarettschiff für Grönland an, ohne Belege für einen Bedarf.
  • Grönland verfügt über kostenlose Gesundheitsversorgung mit fünf Krankenhäusern, einschließlich eines größeren in der Hauptstadt Nuuk.
  • Dänemark und Grönland wurden nicht informiert und lehnen die Maßnahme als unnötig ab.
  • Trump postierte ein KI-generiertes Bild des Schiffs, möglicherweise die USNS Mercy oder Comfort, die aktuell im Golf von Mexiko liegen.
  • Die Ankündigung folgt auf frühere Annexionsdrohungen Trumps gegen Grönland, was zu Spannungen mit Dänemark führte.

Ankündigung und Reaktionen

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, ein Lazarettschiff nach Grönland zu schicken, um angeblich Kranke zu versorgen, die dort keine Hilfe erhielten. In einem Post auf Truth Social präsentierte er ein KI-generiertes Bild des Schiffs und schrieb: "Es ist auf dem Weg!!!", nannte aber keine weiteren Details. Dänische Medien vermuten, dass es sich um die 'USNS Mercy' oder 'USNS Comfort' handeln könnte, die derzeit jedoch im Golf von Mexiko liegen. Die dänische Regierung zeigte sich verärgert, da sie nicht über die Pläne informiert wurde, und betonte, dass Grönland über eine ausreichende Gesundheitsversorgung verfüge.

Kritik aus Grönland und Dänemark

Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen reagierte mit einem lapidaren "No thanks" und wies darauf hin, dass die Insel ein öffentliches Gesundheitssystem mit kostenloser Behandlung für Bürger habe. Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen unterstrich, dass Grönländer auch medizinische Eingriffe in Dänemark vornehmen lassen können und kein Bedarf für besondere Maßnahmen bestehe. Ministerpräsidentin Mette Frederiksen verwies auf den freien Zugang zur Gesundheitsversorgung in Dänemark und Grönland, ohne die USA direkt zu erwähnen, während Politiker wie Christian Friis Bach die Aktion als "sehr merkwürdiges Signal" kritisierten.

Hintergrund und aktuelle Entwicklungen

Die Ankündigung folgt auf wiederholte Annexionsdrohungen Trumps gegen Grönland, die zu Spannungen mit Dänemark führten, wobei die USA zuletzt Gewalt ausschlossen. Europäische Länder wie Deutschland, Großbritannien und Frankreich haben sich hinter Dänemark gestellt, und Gespräche zur Findung eines Kompromisses laufen. Inzwischen leistete Grönland selbst medizinische Hilfe für einen US-Matrosen, der nach einem Notfall aus einem U-Boot evakuiert und im Krankenhaus in Nuuk behandelt wurde, was die bestehenden Kapazitäten unterstreicht.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.