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International 16.06.2026, 05:38 Aktualisiert: 16.06.2026, 23:07

Netanjahu trotzt Trump: Israel bleibt im Libanon, Iran-Deal bröckelt

Iran fordert Abzug Israels aus Libanon als Bedingung.

Wichtige Fakten

  • Iran fordert Abzug Israels aus Libanon als Bedingung.
  • Netanjahu lehnt Abzug ab, will Sicherheitszonen dauerhaft halten.
  • Trump kritisiert Israel und drängt auf Deal-Einhaltung.
  • Rahmenabkommen ist nur 1,5-seitig, Details unklar.
  • Hisbollah greift weiter an, Vertrauen in Waffenruhe schwindet.

Israel stellt sich gegen Trumps Iran-Deal

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu weigert sich weiterhin, seine Truppen aus dem Libanon abzuziehen – trotz massiven Drucks aus Washington. Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, die Armee werde auf unbegrenzte Zeit in Sicherheitszonen im Libanon, Syrien und im Gazastreifen bleiben. Netanjahu habe US-Präsident Donald Trump darüber informiert. Das jüngste Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran sieht eigentlich eine Waffenruhe für die gesamte Region vor, doch der Libanon-Konflikt bleibt eine große Gefahr für den fragilen Deal.

Iran koppelt Waffenstillstand an Abzug

Irans Außenminister Abbas Araghtschi hat das Ende des Iran-Kriegs explizit an einen israelischen Rückzug aus dem Libanon geknüpft. Ein Verbleib der israelischen Truppen sei ein Verstoß gegen die Rahmenvereinbarung. Noch ist unklar, ob und wie das Abkommen, das lediglich 1,5 Seiten umfasst und am Freitag unterzeichnet werden soll, auf den Libanon anwendbar sein wird. Der Deal wurde ohne direkte Beteiligung Israels oder der libanesischen Regierung ausgehandelt.

Trumps innenpolitischer Druck wächst

Trump selbst hat Israel bereits kritisiert: Er machte deutlich, dass ihm die Angriffe auf Beirut nicht gefallen. Offenbar hofft der US-Präsident, den Krieg vor den Kongresswahlen im November erfolgreich beenden zu können – doch seine sinkenden Beliebtheitswerte und die anhaltende Kritik im Inland setzen ihn unter Druck. Republikanische Senatoren wie Lindsey Graham zeigen sich skeptisch gegenüber dem Abkommen und fordern vollständige Transparenz.

Fragile Waffenruhe – Hoffnung und Skepsis in der Region

Unterdessen kehren trotz anhaltender Kämpfe und Misstrauen schon erste vertriebene Familien in den Südlibanon zurück. Die Freude über die Waffenruhe – die von vielen als Farce betrachtet wird – ist getrübt: Fast 3.800 Menschen starben, etwa eine Million Menschen sind noch vertrieben. Hisbollah zeigt weiter Präsenz, und die israelischen Verteidiger räumen ein, keine Kontrolle über die entstandenen Zonen zu haben. Die Zukunft des Abkommens erscheint ungewiss und hängt maßgeblich von der Haltung Israels und dem Wohlwollen der US-Regierung ab.

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