Vermögensungleichheit in Deutschland: Studie sieht leichten Rückgang
Wichtige Fakten
- • Vermögensungleichheit in Deutschland seit 2008 leicht gesunken.
- • Süddeutschland höheres Nettovermögen (442.000 €) als Osten (169.000 €).
- • 81 Prozent der Deutschen halten Wohlstandsverteilung für ungerecht.
- • IW empfiehlt Förderung des Vermögensaufbaus statt Vermögensteuer.
- • Medianvermögen gering, Ungleichheit im EU-Vergleich hoch.
Studie: Vermögensungleichheit leicht gesunken
Laut einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) ist die Vermögensungleichheit in Deutschland seit der Finanzkrise 2008 nicht größer geworden, sondern sogar leicht gesunken. Trotzdem bleibt sie im europäischen Vergleich hoch. Die Studie wurde für die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) erstellt und zeigt, dass die realen Vermögen in allen Bereichen gestiegen sind, trotz der hohen Inflation 2022/23.
Regionale Unterschiede eklatant
Die regionalen Unterschiede sind groß: In Süddeutschland beträgt das durchschnittliche Nettovermögen 442.100 Euro, in Ostdeutschland nur 169.100 Euro. Hauptgrund ist die geringere Wohneigentumsquote im Osten, wo die Vermögensbildung erst nach der Wende begann. Die Studie betont, dass Wohneigentum für die Mittelschicht eine zentrale Rolle spielt.
Öffentliche Wahrnehmung kontrastiert mit Daten
Obwohl die Ungleichheit leicht zurückging, empfinden 81 Prozent der Deutschen die Verteilung als ungerecht, so eine repräsentative Umfrage von infratest dimap. Nur 15 Prozent halten den Status quo für fair. Das IW rät statt einer Vermögensteuer zu einer Förderung des Vermögensaufbaus, etwa durch niedrigere Steuern und Gebühren beim Immobilienkauf.
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