Teilen:
Wissen 06.08.2026, 04:45 Aktualisiert: 06.08.2026, 06:00

Waldbrände in Spanien: EU-Projekt sucht nach Lösungen gegen die Feuer

Waldbrände in Spanien nehmen durch Landflucht und Klimawandel zu.

Wichtige Fakten

  • Waldbrände in Spanien nehmen durch Landflucht und Klimawandel zu.
  • Superb-Projekt der EU testet in 12 Regionen moderne Waldbewirtschaftung.
  • Ziegen und Schafe können Brandlast verringern, aber Herden schrumpfen.
  • Mischwälder mit klimaangepassten Arten gelten als widerstandsfähiger gegen Feuer.
  • Extreme Waldbrände zerstören Bodenlebewesen und Ökosysteme.

Abwanderung verschärft Waldbrandgefahr

Immer wieder brennen Wälder in Spanien – in diesem Jahr so früh wie selten. Die Region El Bierzo in der kantabrischen Gebirgskette kämpft mit verheerenden Feuern. María Gómez Fernández, Chefin der Waldbrandbekämpfung in Kastilien-Leon, berichtet: „Die Beschäftigungsmöglichkeiten werden auf dem Land immer geringer, es gibt keine Einkommensperspektive und das Leben scheint in den Städten besser.“ Die Abwanderung führe dazu, dass mehr Biomasse in den Wäldern verbleibe und Brände heftiger würden.

Traditionelle Transhumanz als Lösung

Expertin Laura Ortiz von der Stiftung CESEFOR erforscht, wie die Rückkehr der Wanderschäferei – seit Jahrtausenden als Transhumanz praktiziert – helfen kann: Die Schafe wandern vom Süden in den Norden und halten die Vegetation kurz, was die Artenvielfalt fördert und die Brennstoffmenge reduziert. „Das ist wie eine sehr nachhaltige Waldwirtschaft“, sagt Ortiz. Doch in vielen Orten wurde die Land- und Waldwirtschaft aufgegeben, und David González, Waldökologe bei CESEFOR, erklärt: „Die Vegetation ist hier unglaublich produktiv, weshalb sie das ganze Jahr über Nahrung für Waldbrände liefert.“

EU-Forschungsprojekt SUPERB

El Bierzo war eine von zwölf Demonstrationsregionen des Projekts SUPERB, das die Resilienz der Wälder stärken will. Forscher empfehlen eine bessere Durchmischung der Baumarten, wobei traditionelles Wissen angepasst werden muss. Elisabeth Schatzdorfer vom Europäischen Waldinstitut EFI: „Es braucht eine sehr intensive, auch forstgenetische Forschung.“ Allerdings stoßen selbst klimaresistente Arten an Grenzen, denn bei zu heißen Feuern sterben auch sie großflächig ab, und die Bodenstruktur sowie das Bodenlebewesen werden massiv geschädigt.

Zukunftsperspektiven

In El Bierzo setzt man künftig verstärkt auf Tourismus und extensive Nutzung: Durch Pilgerpfade wie den Jakobsweg und eine Bewirtschaftung des Waldes, die Brandgefahren minimiert, soll die Region für die Bevölkerung attraktiver werden.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.