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Wirtschaft 17.01.2026, 17:32 Aktualisiert: 17.01.2026, 20:03

ZEW-Präsident Wambach: Europas Stärke ist regelbasierter Handel – und Innovation als Wohlstandsmotor

ZEW-Präsident Achim Wambach bezeichnet Europas regelbasierten Handel im WTO-Rahmen als Standortvorteil, weil er Verlässlichkeit für Investitionen schafft.

Wichtige Fakten

  • ZEW-Präsident Achim Wambach bezeichnet Europas regelbasierten Handel im WTO-Rahmen als Standortvorteil, weil er Verlässlichkeit für Investitionen schafft.
  • Wambach verweist (am Beispiel Deutschlands) darauf, dass jeweils rund zehn Prozent des Handels mit den USA und rund zehn Prozent mit China stattfinden; der Großteil entfällt auf Europa und andere Weltregionen.
  • Im europäischen Binnenmarkt sieht Wambach weiterhin selbst geschaffene Barrieren, deren Abbau zusätzliche Wachstumspotenziale heben könnte.
  • Gegenüber China warnt Wambach vor subventionsgetriebenen Marktverzerrungen (wie zuvor im Solarsektor) und hält temporäre, WTO-konforme Schutzzölle etwa zum Schutz junger Industrien für begründbar.
  • Für langfristigen Wohlstand der EU erklärt Wambach Innovation und technologische Souveränität zum Schlüssel und kritisiert zu starke Produktions- statt Innovationsförderung sowie Standortnachteile wie hohe Abgaben und geringe Flexibilität.
Der ZEW-Präsident Achim Wambach sieht Europa in der Weltwirtschaft nicht in der Defensive: Mit rund 450 Millionen Konsumentinnen und Konsumenten sei der EU-Markt groß, und am Beispiel Deutschlands entfielen jeweils etwa zehn Prozent des Handels auf die USA und China, während der Großteil anderswo stattfinde. Eine zentrale Stärke Europas sei regelbasierter Handel im WTO-Rahmen, der Partnern Verlässlichkeit biete und Investitionen begünstige – etwa bei Abkommen wie Mercosur. Gegenüber den USA rät Wambach trotz möglicher Interessenkonflikte zu einem weniger konfrontativen Kurs wegen der breiten sicherheitspolitischen Verflechtungen. Deutlich problematischer bewertet er China: Massive Subventionen könnten erneut ganze Branchen verdrängen; temporäre, WTO-konpatible Schutzzölle seien in Einzelfällen sinnvoll. Langfristig entscheide jedoch Innovation über Europas Wohlstand; dafür müssten Binnenmarkt-Hürden, hohe Abgaben und Bremsen für Start-ups abgebaut werden.

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