Zunehmende Angriffe auf NS-Gedenkstätten in Deutschland
Wichtige Fakten
- • 352 Straftaten gegen Gedenkstätten wurden 2024 gezählt – Höchststand seit 2019.
- • Jede siebte Tat hat einen Bezug zum Nahost-Konflikt, besonders seit Oktober 2023.
- • Die meisten Taten werden als rechtsmotiviert eingestuft, auch linksextreme Vorfälle nehmen zu.
- • Die Aufklärungsquote liegt unter 10 %, Täter bleiben oft unbekannt.
- • Besucherzahlen bleiben stabil oder steigen trotz der Angriffe.
Zunahme von Straftaten
NS-Gedenkstätten in Deutschland sind vermehrt Angriffen ausgesetzt, wobei die meisten Straftaten einen rechtsextremen Hintergrund haben. Laut einer Umfrage des ARD-Politikmagazins Panorama bei etwa 130 Gedenkstätten kommt es insbesondere bei großen KZ-Gedenkstätten wie Buchenwald und Sachsenhausen regelmäßig zu Schmierereien, Sachbeschädigungen und Provokationen. Die Zahl der Vorfälle hat sich in den letzten Jahren verdoppelt, mit 352 registrierten Taten im Jahr 2024 als Höchststand seit 2019.
Politische Einflüsse und Nahost-Bezug
Neben rechtsextremen Vorfällen gibt es auch einen Anstieg von Angriffen mit Bezug zum Nahost-Konflikt, besonders seit dem Terroranschlag der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Etwa jede siebte Straftat gegen Gedenkstätten wird diesem Kontext zugeordnet, darunter israelfeindliche Schmierereien. Gedenkstättenleiter wie Oliver von Wrochem beobachten zudem eine Ausweitung auf linksextremistische Angriffe mit Palästina-Bezug.
Herausforderungen und gesellschaftliche Reaktion
Die Aufklärungsquote für diese Straftaten liegt unter zehn Prozent, da Täter bei Sachbeschädigungen oft unbekannt bleiben. Trotz der Angriffe verzeichnen die Gedenkstätten stabile oder sogar steigende Besucherzahlen, was auf ein anhaltendes öffentliches Interesse und den Willen hinweist, die Erinnerungskultur zu bewahren.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.