China weist Trumps Grönland-Vorwürfe zurück – Pekings Arktis-Interessen bleiben strategisch und wirtschaftlich
- • US-Präsident Donald Trump begründet seine Übernahmepläne für Grönland damit, sonst könnten Russland oder China die Insel „holen“.
- • China weist Trumps Vorwürfe zurück; Außenamtssprecherin Mao Ning betont, die internationale Gemeinschaft habe ein legitimes Interesse an der Arktis, Rechte und Freiheiten dort tätig zu sein müssten respektiert werden, und die USA sollten andere Staaten nicht als Vorwand für eigene Interessen nutzen.
- • Dänemark und internationale Beobachter sehen keine akute chinesische Bedrohung für Grönland; nach dänischen Angaben hat sich seit rund zehn Jahren kein chinesisches Kriegsschiff Grönland genähert.
"An der unmittelbaren Sicherheitslage rund um Grönland ändert sich laut dänischer Regierung und Experteneinschätzung wenig, zugleich dürfte Chinas langfristiger Ausbau von Eisbrecherkapazitäten und das Interesse an alternativen (u. a. transpolaren) Routen den geopolitischen Wettbewerb in der Arktis weiter anheizen. Politisch bleibt offen, ob und wie Dänemark und die USA den Streit um Trumps Grönland-Forderungen in Gesprächen entschärfen können."
Proteste gegen Trumps Grönland-Pläne: EU warnt vor Zollspirale, Trump kündigt Strafzölle an
- • In Kopenhagen demonstrierten Tausende Menschen vor dem Rathaus gegen Donald Trumps erneuerte Besitz- und Übernahmeansprüche auf Grönland; sie schwenkten dänische und grönländische Fahnen und riefen „Kalaallit Nunaat!“. (tagesschau, 17.01.2026)
- • Weitere Proteste fanden auch in anderen dänischen Städten sowie in Nuuk statt, u. a. unter den Mottos „Grönland gehört den Grönländern“ und „Hände weg von Grönland“. (tagesschau, 17.01.2026)
- • Die Proteste wurden u. a. vom Verband Uagut (Grönländer in Dänemark) in Zusammenarbeit mit der NGO ActionAid Denmark organisiert; Uagut spricht von einer gemeinsamen Botschaft für Respekt vor Grönlands Demokratie und grundlegenden Menschenrechten. (tagesschau, 17.01.2026)
"Die Lage eskaliert politisch, weil Trump seine Grönland-Forderungen nun explizit mit gestaffelten Strafzöllen gegenüber mehreren europäischen Staaten verknüpft. Die EU kündigt eine koordinierte Reaktion an und betont Souveränität und Bündnissolidarität. Parallel dürfte die europäische Militärplanung in Grönland (Übungen über 2026 hinaus möglich) weiter voranschreiten – was den transatlantischen Konflikt um Arktis-Sicherheit und Grönlands Status zusätzlich befeuern könnte."
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Krisengespräch bringt nur Arbeitsgruppe — Europa verstärkt symbolisch Präsenz in Grönland
- • Das Krisentreffen in Washington zwischen Dänemark, Grönland und den USA brachte keine Einigung; vereinbart wurde lediglich die Einrichtung einer hochrangigen Arbeitsgruppe zur weiteren Beratung über die Zukunft Grönlands.
- • Dänemark und Grönland lehnen eine Übernahme oder einen Verkauf an die USA ab; US‑Präsident Donald Trump beharrt dennoch auf seinen Anspruchsbekundungen und schliesst eine gewaltsame Option nicht kategorisch aus.
- • Mehrere europäische NATO‑Partner entsenden unter dänischer Leitung Erkundungseinheiten nach Grönland (teils als 'Operation Arctic Endurance' bezeichnet). Beteiligte Staaten sind Frankreich, Deutschland, Schweden, Norwegen, das Vereinigte Königreich, die Niederlande und Finnland (Finnland schickt Liaison‑Offiziere).
"Kurzfristig ist mit einer Fortsetzung der Erkundungs‑ und Übungseinsätze sowie intensiven diplomatischen Gesprächen innerhalb der neu eingerichteten Arbeitsgruppe zu rechnen. Die europäische Präsenz in der Arktis dürfte symbolisch verstärkt und punktuell ausgeweitet werden, um Trumps Forderungen zu begegnen und transatlantische Unsicherheiten zu dämpfen. Ein militärisches Eingreifen der USA gilt nach Einschätzung mehrerer NATO‑Vertreter als unwahrscheinlich, bleibt aber ein strategisches Risiko: eine Zwangsaktion gegen ein NATO‑Mitglied würde das Bündnis in eine schwerwiegende Krise stürzen. Innenpolitische Debatten und Proteste in Dänemark und Grönland werden weiterhin die Entscheidungen begleiten."
Russlands Ambitionen und Herausforderungen in der Arktis bis 2035
- • Russland hat seit 2020 eine Strategie zur Entwicklung der Arktis bis 2035 vorgelegt.
- • Mehr als 50 alte sowjetische Militärbasen in der Arktis wurden wieder in Betrieb genommen oder modernisiert, darunter Stützpunkte auf Franz-Josef-Land und Novaja Zemlja.
- • Die russische Nordflotte wurde 2021 zu einem eigenständigen Militärdistrikt, um Seewege Richtung Atlantik und Pazifik zu sichern.
"Trotz erheblicher Investitionen und strategischer Planungen sieht sich Russland mit infrastrukturellen Herausforderungen konfrontiert, wie einem Mangel an Häfen und Versorgungseinrichtungen entlang der Nördlichen Seeroute und unzureichendem Militärpersonal sowie technologischen Defiziten bei der Erschließung der Bodenschätze."
2025: Drittwärmstes Jahr und dringende Klimapolitik-Herausforderungen
- • 2025 war das drittwärmste Jahr weltweit laut Daten des europäischen Klimadienstes Copernicus.
- • Europa verzeichnete 2025 ebenfalls das drittwärmste Jahr mit einer Durchschnittstemperatur von gut 10,4 Grad Celsius.
- • Die Antarktis registrierte 2025 die wärmste Jahrestemperatur seit Beginn der Messungen.
"Die EU sieht sich trotz der globalen Wärmeentwicklung auf Kurs, die CO2-Emissionen bis 2030 weiter zu reduzieren. Allerdings werden Klimagesetze abgeschwächt oder verschoben, was die Erreichung der Pariser Klimaziele gefährdet."