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Krisengespräch bringt nur Arbeitsgruppe — Europa verstärkt symbolisch Präsenz in Grönland
Das Krisentreffen in Washington zwischen Dänemark, Grönland und den USA brachte keine Einigung; vereinbart wurde lediglich die Einrichtung einer hochrangigen Arbeitsgruppe zur weiteren Beratung über die Zukunft Grönlands.
Wichtige Fakten
- • Das Krisentreffen in Washington zwischen Dänemark, Grönland und den USA brachte keine Einigung; vereinbart wurde lediglich die Einrichtung einer hochrangigen Arbeitsgruppe zur weiteren Beratung über die Zukunft Grönlands.
- • Dänemark und Grönland lehnen eine Übernahme oder einen Verkauf an die USA ab; US‑Präsident Donald Trump beharrt dennoch auf seinen Anspruchsbekundungen und schliesst eine gewaltsame Option nicht kategorisch aus.
- • Mehrere europäische NATO‑Partner entsenden unter dänischer Leitung Erkundungseinheiten nach Grönland (teils als 'Operation Arctic Endurance' bezeichnet). Beteiligte Staaten sind Frankreich, Deutschland, Schweden, Norwegen, das Vereinigte Königreich, die Niederlande und Finnland (Finnland schickt Liaison‑Offiziere).
- • Frankreich hat zunächst 15 Gebirgsjäger nach Nuuk entsandt; Präsident Emmanuel Macron kündigte in den Tagen danach zusätzliche Verstärkungen mit Land-, Luft- und Seestreitkräften an.
- • Deutschland schickt ein Vorauskommando der Bundeswehr mit 15 Soldaten nach Grönland; Aufgabe ist vor allem die Erkundung möglicher Beiträge zur Sicherung der Insel, insbesondere einer Seeraum‑Überwachung rund um Nuuk. Der Einsatz ist zunächst kurzfristig (Berichte nennen einen Aufenthalt bis Samstag).
- • Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius betonte, er rechne nicht mit dem Äußersten und bezeichnete die Entsendung als Reaktion auf eine dänische Einladung und als Beitrag zur kollektiven Sicherung von NATO‑Territorium; er sieht die Mission als zeitlichen Zufall angesichts aktueller Debatten.
- • Frankreich plant die Eröffnung eines Konsulats in Nuuk am 6. Februar 2026; Deutschland hat derzeit keine eigene konsularische Vertretung vor Ort und wird durch die Botschaft in Kopenhagen bzw. einen Honorarkonsul vertreten.
- • Die US‑Militärbasis Pituffik an der Nordwestküste ist nach verschiedenen Angaben aktuell mit rund 150–200 (dänischer Außenminister: 200) Personen besetzt; bestehende Abkommen erlauben den USA, ihre Präsenz bei Bedarf erheblich zu erhöhen.
- • Dänemark kündigt an, seine militärische Präsenz auf der Insel auszubauen und eine rotierende, dauerhaftere Stationierung alliierter Kräfte anzustreben.
- • Die Mission der europäischen Kräfte wird vorwiegend als symbolische Solidaritäts‑ und Erkundungsaktion verstanden, soll aber auch die Rahmenbedingungen für mögliche künftige militärische Beiträge klären.
- • Politische Reaktionen sind gespalten: Polen will sich nicht beteiligen; in Deutschland gibt es parteiinterne Kritik (Die Linke fordert statt Militär beispielsweise kulturelle oder wirtschaftliche Unterstützung beziehungsweise eine Konsulatslösung).
- • Umfragen (Frühjahr 2025) zeigen weiter starken Widerstand in Grönland gegen einen US‑Beitritt (rund 85% dagegen); Grönlands Regierung und dänische Führung betonen die Bindung an Dänemark, das Königreich und die NATO.
- • Analysen weisen darauf hin, dass eine erzwungene US‑Annektierung eine verheerende NATO‑Krise auslösen würde (Artikel‑5‑Komplikationen) — dieses Szenario gilt jedoch von mehreren Seiten als politisch und praktisch problematisch.
Nach dem Washington‑Treffen hat die Debatte um Grönland eine neue Etappe erreicht: Ein Arbeitskreis soll die weitere Vorgehensweise klären, eine Lösung gab es jedoch nicht. Dänemark und Grönland lehnen eine US‑Übernahme ab, US‑Präsident Trump hält an seinen Forderungen fest und erwähnt weiter auch militärische Optionen. Als unmittelbare Reaktion entsandten mehrere europäische NATO‑Partner unter dänischer Führung Erkundungskräfte nach Grönland (Operation Arctic Endurance). Frankreich hat zunächst 15 Gebirgsjäger nach Nuuk gebracht; Präsident Macron kündigte noch umfangreichere Verstärkungen mit Land-, Luft‑ und Seestreitkräften an. Deutschland sandte ein 15‑köpfiges Vorauskommando der Bundeswehr, das vor allem die Bedingungen für Beiträge zur Sicherheit Grönlands prüfen und Möglichkeiten zur Seeraum‑Überwachung rund um Nuuk erkunden soll; der Aufenthalt ist vorerst kurz geplant. Auch Schweden, Norwegen, das Vereinigte Königreich, die Niederlande und Finnland (mit Liaison‑Offizieren) beteiligen sich an der Mission.
Die Bundesregierung und Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius betonen, man wolle die territoriale Souveränität Dänemarks sichern und sehe das Vorhaben als abgestimmte NATO‑Aktion — zugleich glaubt Pistorius nicht an eine unmittelbar drohende militärische Eskalation. Frankreich plant zudem die Eröffnung eines Konsulats in Nuuk am 6. Februar 2026; Deutschland verfügt weiter über keine eigene konsularische Vertretung vor Ort. Die US‑Basis Pituffik ist nach Angaben unterschiedlichster Quellen mit rund 150–200 Personen besetzt; bestehende Verträge erlauben es den USA, diese Präsenz bei Bedarf stark aufzustocken.
Insgesamt bleibt die aktuelle Mission vor allem ein politisches Signal an Washington, dass europäische NATO‑Partner ihre Interessen in der Arktis wahrnehmen und Grönland als Teil des dänischen Königreichs und als NATO‑Territorium schützen wollen. Ob die Arbeitsgruppe konkrete Ergebnisse bringt, bleibt offen; die Lage dürfte in den kommenden Tagen und Wochen durch weitere diplomatische Gespräche, NATO‑Abstimmungen, gemeinsame Erkundungen sowie innenpolitische Debatten und Proteste geprägt sein.
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