Brutaler Mord an Erntehelfern erschüttert Italien
Wichtige Fakten
- • Vier Erntehelfer in Kalabrien bei lebendigem Leib verbrannt.
- • Die Täter sind sogenannte Caporali, die Tagelöhner ausbeuten.
- • Opfer erhielten seit einem Monat keinen Lohn.
- • Caporalato-System laut Aktivisten seit Jahrzehnten existent.
- • Kontrollen und Strafverfolgung unzureichend.
Mord an Erntehelfern in Kalabrien
Im Süden Italiens sind vier ausländische Erntehelfer brutal getötet worden. Die Tat ereignete sich videoconferenz an einer Tankstelle in Amendolara, als zwei „Caporali“ Benzin in das Auto der Opfer gossen und es anzündeten. Die Männer verbrannten bei lebendigem Leib; lediglich ein 35-jähriger Afghane namens Taj Amar überlebte. Der Streit sei eskaliert, nachdem die Arbeiter seit einem Monat auf ihr Gehalt warteten.
System der Ausbeutung
Der Fall sei laut der Menschenrechtsorganisation Terra nur die Spitze des Eisbergs eines Systems namens „Caporalato“. Vermittler bieten billige Arbeitskräfte, überwiegend Migranten, und zahlen nur einen Bruchteil des versprochenen Lohns. Die Arbeiter müssen zudem in elenden Unterkünften leben. Ein Gesetz aus dem Jahr 2016 ist wirkungslos, da Kontrollen fehlen und die Machenschaften des Agrar- und Lebensmittelsektors andauern. Die superreguläre Kartellbehörde prüfert aktuell, inwieweit große Supermarktketten durch ihre Marktmacht die Erzeuger unter Druck setzen und damit das System begünstigen.
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