EU-Außenminister beraten auf Zypern: Kein Sonderbeauftragter für Ukraine, Kallas warnt vor russischer Falle
Wichtige Fakten
- • EU-Sonderbeauftragter für Ukraine-Friedensgespräche vorerst nicht ernannt.
- • Kallas warnt vor russischer Falle durch öffentliche Personaldiskussionen.
- • EU prüft 21. Sanktionspaket gegen Russland.
- • Selenskyj befürwortet stärkere EU-Rolle in Friedensgesprächen.
- • Gespräche in Zypern behandeln auch die Straße von Hormus.
Beratungen auf Zypern
Die Außenminister der EU-Staaten sind am Donnerstag auf Zypern zusammengekommen, um über die Eskalation in der Ukraine und im Iran zu beraten. Im Fokus steht die Frage, wie die EU stärker in diplomatische Bemühungen zur Beendigung des russischen Angriffskriegs eingebunden werden kann. Bislang führen vor allem US-Präsident Donald Trump und seine Unterhändler Gespräche mit Moskau. Der ukrainische Präsident Selenskyj zeigt sich offen für eine wichtigere Rolle der EU, da Trumps Friedensinitiative ohne greifbare Ergebnisse bleibt.
Kein EU-Sonderbeauftragter
Die EU wird vorerst keinen Chefverhandler für mögliche Ukraine-Friedensgespräche ernennen. Deutschland und Schweden lehnten dies auf dem Treffen ab. EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas warnte, öffentliche Diskussionen über Personalien spielten Russland in die Hände: „Es ist eine Falle.“ Stattdessen soll über strategische Kernfragen diskutiert werden. Als Kandidaten waren unter anderen Angela Merkel, Alexander Stubb und Mario Draghi im Gespräch; Putin brachte Gerhard Schröder ins Spiel, der jedoch als zu Russland-nah gilt.
Naher Osten und Referentenkreis
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Irankrieg mit der Blockade der Straße von Hormus, die für Energieimporte entscheidend ist. Vertreter aus Indien und Saudi-Arabien sind zu den Beratungen eingeladen. Deutschland wird von Europastaatsminister Gunther Krichbaum vertreten, der den erkrankten Außenminister Johann Wadephul ersetzt. Kallas forderte von Russland die Anerkennung internationaler Verträge und den Abzug der Truppen aus Georgien und Moldau. Parallel prüft die EU ein 21. Sanktionspaket gegen Russland, das Finanzsektor und Rüstungszulieferer treffen soll.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.