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Politik 09.01.2026, 10:00 Aktualisiert: 09.01.2026, 20:02

EU bereit zur Unterzeichnung des Mercosur-Freihandelsabkommens trotz Widerstandes

Das EU-Mercosur-Abkommen soll die größte Freihandelszone der Welt mit über 700 Millionen Menschen schaffen.

Wichtige Fakten

  • Das EU-Mercosur-Abkommen soll die größte Freihandelszone der Welt mit über 700 Millionen Menschen schaffen.
  • Bolivien gehört inzwischen Mercosur an, wird aber noch nicht in das Abkommen integriert.
  • Frankreich lehnt das Abkommen weiterhin einstimmig ab.
  • Eine qualifizierte Mehrheit der EU-Botschafter hat dem Abkommen zugestimmt.
  • Zölle auf 91 % der EU-Exporte sollen von Mercosur abgebaut werden und die EU wird Zölle auf 92 % der Mercosur-Exporte abbauen.
  • Italien änderte seine Haltung und unterstützt das Abkommen nun.
  • Es fehlt noch die Zustimmung des Europäischen Parlaments.
  • Ein Krisenfonds von 6,3 Milliarden Euro soll die europäische Landwirtschaft unterstützen.
  • Das Abkommen könnte die jährlichen EU-Exporte nach Südamerika um bis zu 39 % steigern.
Nach Jahrzehnten der Verhandlungen ist das EU-Mercosur-Freihandelsabkommen nun bereit zur Unterzeichnung. In dieser Woche haben die Botschafter der EU-Mitgliedstaaten in Brüssel die notwendige qualifizierte Mehrheit für das Abkommen erreicht. Präsident Emmanuel Macron hat jedoch erneut seine Ablehnung ausgedrückt, da er hohe Risiken für die französische Landwirtschaft sieht, was auch in der französischen Nationalversammlung und im Senat bestätigt wurde. Italien, welches nach anfänglichem Widerstand doch zustimmte, war unerlässlich für das Erreichen der qualifizierten Mehrheit. Südamerikanische Staaten wie Brasilien und Argentinien, die über bedeutende Rohstoffvorkommen verfügen, bieten der EU eine Möglichkeit zur Diversifikation ihrer Handelsbeziehungen und zur Reduzierung der Abhängigkeit von China. Landwirtschaftliche Produkte aus der EU werden mit merklich reduzierten Zöllen exportiert. Während die deutsche Wirtschaft optimistisch auf das Abkommen blickt, bleibt die Unsicherheit im Europäischen Parlament bestehen, insbesondere da Überlegungen im Raum stehen, den Europäischen Gerichtshof konsultieren zu wollen. In Paraguay soll das Abkommen unterzeichnet werden, jedoch gibt es von Seiten mehrerer EU-Staaten und Umweltorganisationen weiterhin erheblichen Widerstand.

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