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Wirtschaft 20.03.2026, 08:22 Aktualisiert: 20.03.2026, 15:03

IEA warnt vor historischer Energiekrise und empfiehlt drastische Maßnahmen

IEA-Chef Birol nennt den Krieg die größte Bedrohung für Energiesicherheit aller Zeiten.

Wichtige Fakten

  • IEA-Chef Birol nennt den Krieg die größte Bedrohung für Energiesicherheit aller Zeiten.
  • Die Blockade der Straße von Hormus betrifft 20% des globalen Rohöls und dauert an.
  • IEA-Mitglieder haben 426 Millionen Barrel strategischer Ölreserven freigegeben, weitere sind möglich.
  • Verkehr verursacht laut IEA etwa 45% des weltweiten Ölverbrauchs, daher Fokus auf Mobilität.
  • Asiatische Länder wie Bangladesch und Thailand haben bereits Verbrauchsbeschränkungen eingeführt.

Historische Energiekrise durch Nahost-Konflikt

Die Internationale Energieagentur (IEA) warnt angesichts des Kriegs im Nahen Osten vor einer beispiellosen weltweiten Energiekrise, die IEA-Chef Fatih Birol als "größte Bedrohung für die weltweite Energiesicherheit aller Zeiten" bezeichnet. Der Konflikt hat zu massiven Störungen der Ölversorgung geführt, insbesondere durch die iranische Blockade der Straße von Hormus, durch die normalerweise rund 20 Prozent des globalen Rohöls transportiert werden. Birol schätzt, dass es bis zu sechs Monate dauern könnte, die Öl- und Gasflüsse aus der Golfregion wiederherzustellen, da viele Anlagen schwer beschädigt sind.

Drastische Maßnahmen zur Senkung des Ölverbrauchs

Die IEA empfiehlt zehn konkrete Maßnahmen zur raschen Senkung des Ölverbrauchs, wobei der Fokus auf dem Verkehr liegt, der etwa 45 Prozent des weltweiten Verbrauchs ausmacht. Dazu gehören ein reduziertes Autobahn-Tempolimit um mindestens zehn Kilometer pro Stunde, mehr Homeoffice, die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und Zufahrtsbeschränkungen in Städten nach einem Kennzeichen-Wechselsystem. Zusätzlich werden Carsharing, effizientere Fahrweise und weniger Flugreisen vorgeschlagen, um den Spritverbrauch zu dämpfen. Die Agentur betont, dass solche Verhaltensänderungen kurzfristig Wirkung zeigen können.

Staatliche Eingriffe und globale Reaktionen

Neben individuellen Maßnahmen setzt die IEA auf staatliche Eingriffe wie regulatorische Anreize und gezielte Hilfen für besonders betroffene Verbraucher, wobei gezielte Unterstützung als wirksamer gilt als breite Subventionen. Parallel haben die IEA-Mitgliedsländer bereits strategische Ölreserven in Höhe von 426 Millionen Barrel freigegeben, um den Preissprung abzufedern, und weitere Freigaben sind möglich. Globale Reaktionen umfassen bereits Maßnahmen in Asien, wo Länder wie Bangladesch und Thailand Klimaanlagenbeschränkungen eingeführt haben, sowie in Europa, wo Österreich und Griechenland Gewinnmargen bei Tankstellen deckeln.

Langfristige Auswirkungen und Herausforderungen

Die Krise hat zu starken Preisanstiegen bei Treibstoffen wie Benzin, Diesel und Flugzeugtreibstoff geführt, und Experten befürchten langfristige Störungen, selbst wenn die Straße von Hormus geöffnet wird. Birol erwartet, dass die Krise zu einem Schub für erneuerbare Energien, Batterietechnologie und Kernkraft führen wird, ähnlich wie die Ölkrisen der 1970er Jahre die Autoindustrie transformierten. Allerdings bleibt die Öffnung der Straße von Hormus die wichtigste Lösung, um die Versorgung zu stabilisieren und anhaltende wirtschaftliche Schäden zu vermeiden.

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