Teilen:
International 13.08.2026, 06:45 Aktualisiert: 13.08.2026, 10:02

Israelische Siedler belagern palästinensische Familien im Westjordanland

Israelische Siedler belagern Familien in Qusra.

Wichtige Fakten

  • Israelische Siedler belagern Familien in Qusra.
  • Strom- und Wasserversorgung abgeschnitten.
  • Ambulanz blockiert, Kind erkrankte.
  • US-Botschafter nennt Siedler ‚Terroristen‘.
  • Israelische Armee zeigt kaum Durchsetzung.

Im Dorf Qusra im von Israel besetzten Westjordanland haben israelische Siedler, unterstützt von Soldaten, seit dem Wochenende zwei palästinensische Familien in ihren Häusern eingeschlossen. Sie haben die Strom- und Wasserversorgung gekappt und den Zugang für medizinische Hilfe blockiert.

Betroffen ist unter anderem die Familie von Yousef Hassan, die mit seiner Frau, zwei kleinen Kindern, seiner Mutter, Geschwistern und drei Nachbarn im Haus festsitzt. Ihre Batterien halten dank eines Solarpanels, aber die Lebensmittel werden knapp. Als seine zweijährige Tochter erkrankte, blockierte eine Siedlergruppe den Weg eines Krankenwagens. Die Familie konnte am Dienstag evakuiert werden.

Die Siedler errichten Zelte direkt vor den Häusern und schüchtern die Palästinenser ein. Nach einem Besuch des israelischen Armeechefs wurden die Zelte teilweise entfernt, doch Änderungen blieben aus. Die Armee zeigte sich besorgt, aber die Siedler bleiben. US-Botschafter Mike Huckabee nannte sie kürzlich 'Terroristen'. Die Aktionen sind Teil einer breiteren Strategie der Vertreibung: Seit 2020 wurden über 1.100 Palästinenser getötet, nur eine Straftat wurde angeklagt.

Die israelische Armee hat die Gegend zur militärischen Sperrzone erklärt, Journalisten ferngehalten und versucht, die Fälle intern zu behandelt. Die UN und internationale Beobachter verurteilen das Vorgehen scharf.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.