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Wirtschaft 23.06.2026, 09:15

Italien: Europas Problemkind bei Elektroautos

Nur 400.000 E-Autos in Italien, fünfmal weniger als in Deutschland.

Wichtige Fakten

  • Nur 400.000 E-Autos in Italien, fünfmal weniger als in Deutschland.
  • 70% der Fördermittel der letzten vier Jahre flossen in Verbrenner.
  • Chinesischer Kleinwagen Leapmotor T03 ist meistverkauftes E-Auto Italiens.
  • Hohe Ladekosten machen E-Auto teurer als Benziner.

Italiens E-Auto-Krise

Italien ist das zweitgrößte Autoland der EU, hat aber mit nur rund 400.000 Elektroautos enormen Nachholbedarf – fünfmal weniger als Deutschland. In Umfragen zeigen sich Italiener besonders skeptisch gegenüber der Elektromobilität; Zweifel an Batterien, Reichweite und Kosten sind weit verbreitet.

Politik und Markt als Bremsklötze

Die Politik unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni fördert bislang vor allem Verbrenner: 70 Prozent der drei Milliarden Euro Fördergelder flossen in Benzin- und Dieselautos. Autojournalist Francesco Lago sieht zudem kulturelle Ursachen: Die Italiener legten mehr Wert auf günstige Kleinwagen und Schnäppchen. Der chinesische Hersteller Leapmotor lockte Käufer mit einem E-Auto für nur 4.000 Euro – meistverkauftes E-Auto des Landes.

Infrastruktur und Kosten

Francesco Naso von Motus-E kritisiert die relativen Recyclingquoten: Das Ladenetz sei zwar relativ groß, doch hohe Ladekosten machten E-Autos teurer als Verbrenner. Zudem fehle es an Dienstwagen und Eigenheimen mit Solardächern. Solange Politik und Verbraucher zögern, werde Italien seinen Beitrag zu den EU-Klimazielen nicht leisten können.

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