Massenentlassungen und Zensur in der Slowakei
Wichtige Fakten
- • Künstler und Journalisten werden entlassen oder gekündigt.
- • Öffentlich-rechtlicher Rundfunk wird unter neue Leitung gestellt.
- • Kulturinstitutionen müssen Personal um zehn Prozent reduzieren.
- • Premier Fico tritt vermehrt in unkritischen Interviews auf.
- • Schauspieler boykottieren das Fernsehen aus Protest gegen Zensur.
In der Slowakei führt die Regierung von Premier Robert Fico verstärkt Eingriffe in Medien und Kultur durch. Seit zweieinhalb Jahren regiert Fico erneut und sorgt mit russlandfreundlicher Außenpolitik, Korruptionsvorwürfen und Eingriffen in Justiz und Polizei für Proteste. Nun sind auch Künstler und Journalisten betroffen.
Die renommierte Musikwissenschaftlerin Alzbeta Lukacova verlor nach 22 Jahren ihre Stelle als Dramaturgin der Staatsoper in Banska Bystrica, angeblich auf Anordnung des Kulturministeriums. Auch die öffentlich-rechtlichen Rundfunkmitarbeiterin Sona Gyarfasova erhielt ihre Kündigung, nachdem sie einen Streik gegen die Schließung und Neugründung des Senders angeführt hatte. Die Intendantin Martina Flasikova behauptet, die Kündigungen seien eine transparente Managemententscheidung zur Vermeidung von Doppelarbeit.
Im Fernsehen wird vermehrt Premier Fico in langen, unkritischen Interviews gezeigt, während die Übertragung der slowakischen Filmpreise aus Angst vor Kritik gestrichen wurde. Stattdessen läuft Heimat-Folklore. Zahlreiche Schauspieler lehnen eine Zusammenarbeit mit dem Sender ab. Reporter ohne Grenzen kritisieren, die Regierung nutze die Medien für Propaganda und setze Aufsichtsbehörden mit eigenen Leuten besetzt.
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