Münchner Sicherheitskonferenz startet mit Fokus auf transatlantische Reparatur und europäische Eigenständigkeit
Wichtige Fakten
- • Die transatlantischen Beziehungen sind durch die Trump-Regierung fundamental angespannt.
- • Deutschland ist in Verteidigung stark von US-Technologie und nuklearer Abschreckung abhängig.
- • Über 60 Staatschefs nehmen teil, darunter Selenskyj, Rubio und US-Demokraten wie Newsom.
- • Bundeskanzler Merz fordert einen "selbsttragenden Pfeiler" Europas in der NATO.
- • Ischinger lehnt eine deutsche Atombombe ab, sieht aber europäische nukleare Zusammenarbeit als Option.
Transatlantische Beziehungen im Fokus der Reparatur
Die Münchner Sicherheitskonferenz 2026 steht im Zeichen der Reparatur der angespannten transatlantischen Beziehungen, die Konferenzleiter Wolfgang Ischinger als "kaputtes Fahrrad" bezeichnet. Die Spannungen resultieren aus der Politik der US-Regierung unter Präsident Donald Trump, die auf Alleingänge setzt und die EU nicht mehr als Partner sieht. Dass die USA trotzdem mit einer großen Delegation nach München kommen, zeigt laut Ischinger Interesse an einer Fortsetzung der Zusammenarbeit. Die Konferenz soll das gegenseitige Vertrauen fördern, auch wenn Differenzen bestehen bleiben, und neben Regierungsvertretern wie Außenminister Marco Rubio auch US-Demokraten wie Gavin Newsom einbeziehen, um ein Gesamtbild der USA zu zeigen.
Deutschlands Rolle zwischen Abhängigkeit und Führungsanspruch
Deutschland steht vor der Herausforderung, in der Sicherheitspolitik eine Führungsrolle in Europa zu übernehmen, ist jedoch in Verteidigungsfragen stark von den USA abhängig, etwa bei militärischer Ausrüstung, Schlüsseltechnologien und nuklearer Abschreckung. Die Bundesregierung kann nur selten eigenständig entscheiden und muss sich mit NATO- und EU-Partnern abstimmen. Experten wie Jana Puglierin betonen, dass Deutschlands Handlungsspielraum begrenzt ist. Bundeskanzler Friedrich Merz forderte in seiner Eröffnungsrede, Europa müsse ein "selbsttragender Pfeiler" der NATO werden und sich aus der Abhängigkeit von den USA befreien, wobei er Gespräche mit Frankreich über eine größere europäische Rolle bei der nuklearen Abschreckung erwähnte.
Konferenzthemen und aktuelle Entwicklungen
Die Konferenz behandelt neben den transatlantischen Beziehungen auch andere Krisen wie den Ukraine-Krieg, bei dem Ischinger ein stärkeres europäisches Engagement fordert, um Lücken in der US-Unterstützung zu füllen. Über 60 Staats- und Regierungschefs nehmen teil, darunter der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, dem der Ewald-von-Kleist-Preis verliehen wird. Ischinger lehnte eine deutsche Atombombe entschieden ab, sprach sich aber für eine stärkere europäische Einbindung in bestehende nukleare Abschreckungsstrukturen aus. Die Teilnahme von AfD-Abgeordneten sorgt für innenpolitische Debatten, während der Klimawandel von Experten als Sicherheitsrisiko thematisiert wird, das auf der Agenda stehen sollte.
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