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International 14.02.2026, 00:39 Aktualisiert: 14.02.2026, 18:01

Rubios versöhnliche Töne und europäische Eigenständigkeit prägen Sicherheitskonferenz

US-Außenminister Marco Rubio betonte die transatlantische Einheit, kritisierte aber scharf europäische Energie-, Migrations- und Handelspolitik.

Wichtige Fakten

  • US-Außenminister Marco Rubio betonte die transatlantische Einheit, kritisierte aber scharf europäische Energie-, Migrations- und Handelspolitik.
  • Reza Pahlavi schloss eine politische Führungsrolle im Iran nicht aus und forderte internationale Unterstützung für die Opposition.
  • Europäische Führer wie Friedrich Merz und Emmanuel Macron warben für eine stärkere europäische Verteidigung und geopolitische Macht.
  • Bundeskanzler Merz distanzierte sich vom 'Kulturkampf der MAGA-Bewegung' und würdigte Rubios Rede in bilateralen Gesprächen.
  • EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas äußerte Erleichterung über Rubios versöhnlicheren Ton im Vergleich zur Vance-Rede des Vorjahres.

Rubios ambivalente Rede zur transatlantischen Partnerschaft

US-Außenminister Marco Rubio hielt die Hauptrede der Münchner Sicherheitskonferenz und beschwor die transatlantische Einheit, rechnete jedoch scharf mit den europäischen Verbündeten ab. Trotz versöhnlicher Töne – er betonte, dass 'unser Schicksal untrennbar mit Ihrem verbunden' sei – forderte er eine Abkehr von der bisherigen globalen Ordnung. Rubio kritisierte die europäische Energiepolitik als 'Klima-Kult', warf Fehler in der Migrations- und Handelspolitik vor und griff die Übertragung staatlicher Souveränität an internationale Organisationen an. Obwohl er sich für eine enge Zusammenarbeit aussprach, blieb er strikt auf der Linie von Präsident Donald Trump und der MAGA-Bewegung, was Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Konferenz, als Erleichterung nach der scharfen Vance-Rede des Vorjahres kommentierte.

Europäische Führer werben für mehr Eigenständigkeit

Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron plädierten in ihren Reden für ein selbstbewussteres Europa, das geopolitisch eine Macht werden solle. Merz distanzierte sich vom 'Kulturkampf der MAGA-Bewegung' in den USA und betonte die Bedeutung freien Handels, während er in bilateralen Gesprächen mit Rubio die deutschen Schritte zur Stärkung der Allianz würdigte. Macron rief zu europäischem Stolz und einer Stärkung der Verteidigung auf, einschließlich Diskussionen über eine gemeinsame europäische nukleare Abschreckung. Diese Appelle fanden im Saal viel Zustimmung, ebenso wie die Rede von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die forderte, dass Europa mehr Verantwortung für seine Verteidigung übernehmen müsse.

Pahlavis wachsende Rolle als Oppositionsfigur

Reza Pahlavi, der Sohn des letzten iranischen Schahs, nutzte die Konferenz erneut, um als Lobbyist für die iranische Opposition aufzutreten. Auf die Frage von CNN-Journalistin Christiane Amanpour, ob er König werden wolle, gab er eine ausweichende Antwort und schloss eine politische Führungsrolle nicht aus. Pahlavi forderte internationale Unterstützung, einschließlich Sanktionen und humanitärer Intervention, und betonte, dass Religion keine Rolle in der Politik spielen solle. Seine Auftritte wurden von großen Demonstrationen iranischer Exilanten in München begleitet, wobei die Organisatoren bis zu 100.000 Teilnehmer erwarteten. Pahlavi, der seit 47 Jahren im Exil lebt, hat sich zu einer prägenden Figur der zersplitterten Opposition entwickelt.

Internationale Reaktionen und Sicherheitsinitiativen

Britischer Premierminister Keir Starmer forderte in seiner Rede Europa auf, 'auf eigenen Füßen zu stehen' und kündigte die Entsendung einer britischen Trägergruppe in die Arktis an, um russischen Bedrohungen entgegenzutreten. Er betonte die Verpflichtung des Vereinigten Königreichs zu Artikel 5 der NATO und plädierte für eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der EU. Weitere europäische Führer wie der spanische Premierminister Pedro Sánchez und die dänische Premierministerin Mette Frederiksen unterstrichen die Notwendigkeit, die europäischen Verteidigungsfähigkeiten zu stärken. Die Konferenz fand vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen mit Russland und im Nahen Osten statt, wobei Themen wie der Ukraine-Krieg und die Iran-Politik trotz Rubios abstrakter Rede im Fokus blieben.

Neue Einblicke und Reaktionen

Die neuen Quellen liefern zusätzliche Details: Rubios Rede wurde als sanfter im Tonfall im Vergleich zur Vance-Rede des Vorjahres wahrgenommen, blieb aber inhaltlich hart und auf Trump-Linie. EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas äußerte Erleichterung über Rubios versöhnliche Worte, betonte jedoch die Notwendigkeit einer stärkeren europäischen Verteidigung. Pahlavi positionierte sich weiterhin als Schlüsselfigur der iranischen Opposition und forderte konkrete Maßnahmen wie Sanktionen und diplomatische Ausweisungen. Die Konferenz zeigte eine wachsende europäische Entschlossenheit zur Eigenständigkeit, während die USA ihre Partnerschaft unter Bedingungen anbieten.

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