Teilen:
Politik 16.06.2026, 05:44 Aktualisiert: 16.06.2026, 18:04

Britische Militärführung droht mit Rückzug: Starmer unter Dreifach-Beschuss zu Verteidigungsausgaben

Generalstabschef Knighton droht mit Reduzierung von Ausbildung und Operationen ohne mehr Geld.

Wichtige Fakten

  • Generalstabschef Knighton droht mit Reduzierung von Ausbildung und Operationen ohne mehr Geld.
  • Ex-Verteidigungsminister Healey warnt: Anstieg um nur 0,08% bis 2030 ist unzureichend.
  • Healey fordert 3% des BIP bis 2030, Regierung verspricht erst 2,6% bis 2035.
  • Neuer Minister Jarvis hat zwei Wochen, um Investitionsplan zu prüfen.
  • Starmer lehnt Rücktritt ab, kündigt Kampf um Führung an.

Generalstabschef droht mit Einschränkungen

Der ranghöchste britische Militär, Generalstabschef Sir Richard Knighton, hat Konsequenzen für die Streitkräfte angekündigt, falls die Regierung nicht mehr Geld bereitstellt. In einer Anhörung vor dem Lords-Ausschuss für Internationale Beziehungen und Verteidigung sagte Knighton, die Truppen müssten „Ausbildung und Operationen zurückfahren“. Er bezog sich dabei auf die laufende Finanzierungsdebatte, die durch den Rücktritt von Verteidigungsminister John Healey ausgelöst wurde.

Healey und Carns erneuern Kritik

Der zurückgetretene Verteidigungsminister John Healey untermauerte am Dienstag im Unterhaus seine Entscheidung: „Mein Rücktritt war notwendig, um die Zukunft der Streitkräfte zu sichern.“ Er wiederholte seine Forderung nach 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis 2030, mit einem Pfad zu 3,5 Prozent bis 2035. Mit Blick auf Kanzlerin Rachel Reeves sagte Healey: „Unsere Gegner halten sich nicht an die Zeitpläne des Finanzministeriums.“ Auch Ex-Minister Al Carns bekräftigte seine Kritik: Der Verteidigungsinvestitionsplan sei „zu stark auf konventionelle Waffen fokussiert und vernachlässigt die Drohnenkriegsführung von morgen“.

Starmer bleibt trotzig

Premierminister Sir Keir Starmer wies die Angriffe zurück und betonte, seine Regierung erhöhe die Verteidigungsausgaben von 2,3 auf 2,6 Prozent – der größte Anstieg seit den 1980er Jahren. Er sprach von „Fähigkeiten für die Zukunft“ und verwies auf den neuen Verteidigungsminister Dan Jarvis, der den Plan in den kommenden zwei Wochen prüfen soll. Starmer kündigte außerdem an, sich im Falle eines möglichen Führungsstreits nach der Makerfield-Nachwahl nicht zurückzuziehen, sondern den Kampf anzunehmen: „Ich gedenke nicht wegzulaufen, sondern weiterzumachen mit dem, wofür ich gewählt wurde.“

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.