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International 19.01.2026, 10:26 Aktualisiert: 19.01.2026, 12:03

Bericht: Taliban durchsuchen Gästehaus in Kabul mit deutschen Aufnahmefällen – Smartphones beschlagnahmt

Nach Informationen des ARD-Studios Neu-Delhi durchsuchten Taliban-Sicherheitskräfte am Abend des 18.01.2026 ein Gästehaus in Kabul, in dem auch frühere afghanische Ortskräfte untergebracht sind.

Wichtige Fakten

  • Nach Informationen des ARD-Studios Neu-Delhi durchsuchten Taliban-Sicherheitskräfte am Abend des 18.01.2026 ein Gästehaus in Kabul, in dem auch frühere afghanische Ortskräfte untergebracht sind.
  • In dem Gästehaus leben mehrere Dutzend Afghaninnen und Afghanen mit ihren Familien; die Unterbringung wird aus Mitteln der Bundesregierung finanziert.
  • Unter den Bewohnern sind neben ehemaligen Ortskräften auch Personen aus dem Bundesaufnahmeprogramm sowie der sogenannten Überbrückungsliste.
  • Betroffene sollen stundenlang verhört, zeitweise in ihren Zimmern eingeschlossen und ihre Smartphones beschlagnahmt worden sein.
  • Die Verhöre sollen gefilmt worden sein; unter anderem sei gefragt worden, warum die Betroffenen nach Deutschland ausreisen wollten.
  • Viele der Betroffenen waren nach der Machtübernahme der Taliban 2021 nach Pakistan geflohen.
  • Trotz deutscher Aufnahmezusagen konnten die Betroffenen laut Bericht nicht weiterreisen, weil die Bundesregierung dies verhindert habe; anschließend seien sie aus Pakistan nach Afghanistan abgeschoben worden.
  • Taliban-Behörden reagierten zunächst nicht: Der Sprecher des afghanischen Innenministeriums konnte auf ARD-Anfrage keine Auskunft geben, eine Anfrage an die Polizei in Kabul blieb laut Bericht unbeantwortet.
Taliban-Sicherheitskräfte haben in Kabul laut Informationen des ARD-Studios Neu-Delhi ein Gästehaus durchsucht, in dem mehrere Dutzend Afghaninnen und Afghanen mit ihren Familien leben – die Unterbringung wird aus Mitteln der Bundesregierung finanziert. Unter den Bewohnern sollen auch frühere Ortskräfte sowie Personen aus dem Bundesaufnahmeprogramm und von der sogenannten Überbrückungsliste sein. Dem Bericht zufolge wurden während der Razzia am Abend zuvor einige Menschen stundenlang verhört, zeitweise in ihren Zimmern eingeschlossen und ihre Smartphones beschlagnahmt. Die Verhöre seien zudem auf Video aufgezeichnet worden; dabei sei unter anderem gefragt worden, warum die Betroffenen nach Deutschland ausreisen wollten. Viele der Bewohner waren nach der Taliban-Machtübernahme 2021 nach Pakistan geflohen, konnten trotz Aufnahmezusagen aus Deutschland jedoch nicht weiterreisen und wurden schließlich aus Pakistan nach Afghanistan abgeschoben. Eine Stellungnahme der Taliban blieb zunächst aus: Der Sprecher des Innenministeriums konnte keine Auskunft geben, eine Anfrage an die Polizei in Kabul blieb unbeantwortet.

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