Venezolanischer Oppositioneller Guanipa erneut in Haft: Machtkampf hinter den Kulissen
Wichtige Fakten
- • Juan Pablo Guanipa wurde am 9. Februar 2026 kurz nach seiner Freilassung erneut festgenommen, nachdem er mit einer Motorrad-Kolonne in Caracas aufgetreten war.
- • Die Opposition, darunter Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado, spricht von einer Entführung durch etwa zehn unbekannte Zivilisten in vier Fahrzeugen gegen 23:45 Uhr.
- • Die Staatsanwaltschaft begründet die Festnahme mit Verstößen gegen Entlassungsauflagen und ordnete Hausarrest an, ohne die genauen Bedingungen zu nennen.
- • Seit der Festnahme von Ex-Präsident Maduro im Januar wurden laut Menschenrechtsgruppen etwa 425 politische Gefangene freigelassen, aber über 700 bleiben inhaftiert.
- • Experten deuten die erneute Festnahme als Zeichen eines Machtkampfs zwischen reformorientierten Kräften um Übergangspräsidentin Rodríguez und Hardlinern im Sicherheitsapparat.
Neue Festnahme nach kurzer Freiheit
Der venezolanische Oppositionelle Juan Pablo Guanipa wurde am 9. Februar 2026 nur Stunden nach seiner Freilassung aus fast neunmonatiger Haft erneut festgenommen. Laut Angaben der Opposition, darunter Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado, wurde er gegen 23:45 Uhr in Caracas von etwa zehn unbekannten Zivilisten in vier Fahrzeugen gewaltsam entführt. Guanipa hatte zuvor seine neue Freiheit mit einer Motorrad-Kolonne zu einer Kundgebung vor dem berüchtigten Gefängnis 'El Helicoide' gefeiert und von einem 'komplett veränderten' Venezuela gesprochen.
Widersprüchliche Darstellungen und Hintergründe
Die Staatsanwaltschaft spricht dagegen von einer Festnahme aufgrund von Verstößen gegen Entlassungsauflagen und ordnete Hausarrest an, ohne die genauen Bedingungen zu nennen. Guanipa war im Mai 2025 wegen angeblicher Terrorplanung inhaftiert worden. Die erneute Inhaftierung wirft Fragen über die politische Richtung des Landes auf, nachdem Ex-Präsident Nicolás Maduro Anfang Januar 2026 von den USA gefangen genommen wurde. Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez hatte unter internationalem Druck Massenfreilassungen politischer Gefangener angekündigt, doch Menschenrechtsgruppen zufolge bleiben über 700 politische Gefangene in Haft.
Interner Machtkampf und internationale Reaktionen
Experten wie Orlando Pérez von der University of North Texas deuten Guanipas erneute Festnahme als Zeichen eines Machtkampfes zwischen reformorientierten Kräften um Rodríguez und Hardlinern innerhalb des Sicherheitsapparats, darunter Innenminister Diosdado Cabello und Verteidigungsminister Vladimir Padrino López. Während Rodríguez internationale Anerkennung sucht und eine Amnestie für politische Gefangene verkündete, könnte dieser interne Konflikt den politischen Öffnungsprozess verlangsamen. María Corina Machado und Guanipas Sohn Ramón fordern öffentlich seine sofortige Freilassung und machen das Regime für sein Wohlergehen verantwortlich.
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