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Wohnungsnot trotz Leerstand: Bundestag debattiert über „Schrottimmobilien“ und mehr Befugnisse für Kommunen
In vielen deutschen Städten stehen Wohnungen in vernachlässigten Gebäuden leer, obwohl Wohnraum knapp ist; die Tagesschau nennt Beispiele aus Landau (Pfalz) und Andernach (bei Koblenz).
Wichtige Fakten
- • In vielen deutschen Städten stehen Wohnungen in vernachlässigten Gebäuden leer, obwohl Wohnraum knapp ist; die Tagesschau nennt Beispiele aus Landau (Pfalz) und Andernach (bei Koblenz).
- • Kommunen müssen aus Sicherheitsgründen teils selbst sichern (Gerüste, Bauzäune, Absperrungen) und Kosten vorfinanzieren, bevor sie versuchen, diese vom Eigentümer zurückzuholen.
- • In Landau ließ Oberbürgermeister Dominik Geißler (CDU) am eingerüsteten Eckhaus Banner mit der Aufschrift „Eigentum verpflichtet“ anbringen und kritisiert langwierige Verfahren, weil Eigentümer gegen Baugebote oder Instandsetzungsanordnungen klagen können.
- • Für das beschädigte Eckhaus in Landau erhielt die Eigentümerin nach Angaben des Oberbürgermeisters eine Frist von sieben Jahren, um das Gebäude in einen „allgemeinwohlkonformen Zustand“ zu versetzen.
- • In der Landauer Innenstadt stürzte bei einem weiteren Gebäude kürzlich eine Rückwand ein; der Gehweg musste abgesperrt werden.
- • In Andernach wurde ein denkmalgeschütztes Haus hinter dem historischen Rheintor so lange vernachlässigt, bis es abbruchreif war; derzeit werden Obergeschosse abgetragen, die Straße ist gesperrt, das Erdgeschoss muss aus Denkmalschutzgründen stehen bleiben.
- • Andernach kaufte zudem eine weitere Problemimmobilie (ehemaliges „Bürgermeisterhaus“), um das Umfeld städtebaulich zu entwickeln; laut Oberbürgermeister Christian Greiner (FWG) kann das aber nur punktuell erfolgen, da Kommunen nicht als dauerhafte Aufkäufer auftreten könnten.
- • Im Bundestag brachten Grüne und Linke Anträge ein: Beide wollen Kommunen besser informieren und ihre Handhabe stärken; die Grünen setzen auf leichteren und günstigeren Erwerb, die Linke fordert zusätzlich die Möglichkeit von Enteignungen bei verwahrlosten Immobilien.
- • ARD-Rechtsexperte Frank Bräutigam bezeichnete die bestehenden Instrumente als oft „zahnlosen Tiger“ und betonte, erleichterte Übernahmen würden Geld kosten und weiterhin Klagen nach sich ziehen.
- • CDU/CSU und SPD verwiesen auf eine geplante Novelle des Baugesetzbuchs; im Koalitionsvertrag ist eine Stärkung des kommunalen Vorkaufsrechts bei Schrottimmobilien vorgesehen.
Trotz akuter Wohnungsnot verfallen in vielen deutschen Städten Häuser in zentralen Lagen, weil Eigentümer sich nicht kümmern – mit Leerstand, Sicherheitsrisiken und Belastungen für die Kommunen. Die Tagesschau schildert das am Beispiel Landau in der Pfalz: Ein stark beschädigtes Eckhaus ist eingerüstet und abgesperrt; Oberbürgermeister Dominik Geißler (CDU) ließ dort Banner mit der Aufschrift „Eigentum verpflichtet“ anbringen und beklagt, dass die Stadt zunächst sichern und vorfinanzieren müsse. Zwei Häuser weiter ist zudem kürzlich die Rückwand eines Gebäudes eingestürzt, weshalb Gehwege abgesperrt werden mussten. Gegen den Verfall vorzugehen sei schwierig, weil Eigentümer gegen Baugebote oder Instandsetzungsanordnungen klagen könnten – für das marode Eckhaus habe die Eigentümerin nach Angaben des Oberbürgermeisters sogar sieben Jahre Zeit erhalten, um es in einen „allgemeinwohlkonformen Zustand“ zu bringen.
Auch Andernach zeigt die Folgen: Ein denkmalgeschütztes Haus hinter dem historischen Rheintor wurde so lange vernachlässigt, bis es abbruchreif war; Obergeschosse werden abgetragen, die Straße ist gesperrt, das Erdgeschoss muss aus Denkmalschutzgründen stehen bleiben. Bei einer weiteren Problemimmobilie – dem ehemaligen „Bürgermeisterhaus“ – kaufte die Stadt, um den Bereich zu entwickeln. Oberbürgermeister Christian Greiner (FWG) betont jedoch, dass Kommunen nicht grundsätzlich als große Immobilienaufkäufer auftreten könnten.
Vor diesem Hintergrund debattierte der Bundestag über „Schrottimmobilien“. Grüne und Linke wollen Kommunen besser informieren und ihre Instrumente schärfen: Die Grünen setzen auf einen erleichterten und günstigeren Erwerb, die Linke fordert zusätzlich Enteignungen bei verwahrlosten Immobilien. ARD-Rechtsexperte Frank Bräutigam hält die bisherigen Instrumente für einen „zahnlosen Tiger“ und rechnet auch bei Reformen mit Kosten und Klagen. CDU/CSU und SPD verweisen auf eine geplante Novelle des Baugesetzbuchs; im Koalitionsvertrag ist außerdem eine Stärkung des kommunalen Vorkaufsrechts bei Schrottimmobilien vorgesehen.
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