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Wirtschaft 15.07.2026, 05:12 Aktualisiert: 15.07.2026, 18:02

Chinas Wirtschaft wächst langsamer als erwartet – Exportboom verschärft Handelskonflikte

BIP-Wachstum Q2 2026 bei 4,3%, unter Erwartungen.

Wichtige Fakten

  • BIP-Wachstum Q2 2026 bei 4,3%, unter Erwartungen.
  • Exporte stiegen im Juni um 27%.
  • Investitionen in Immobilien brachen um 18% ein.
  • Einzelhandelsumsätze stiegen im ersten Halbjahr um 1,3%.
  • Industrieproduktion legte im ersten Halbjahr um 5,4% zu.

Wachstumsenttäuschung im zweiten Quartal

Chinas Wirtschaftswachstum hat sich im zweiten Quartal 2026 deutlich abgeschwächt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs von April bis Juni um lediglich 4,3% im Vergleich zum Vorjahr, wie das nationale Statistikamt mitteilte. Analysten hatten im Schnitt ein Plus von 4,5% erwartet. Damit bleibt die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hinter dem Jahresziel von 4,5 bis 5% zurück. Es ist das schwächste Quartalswachstum seit Ende 2022, als die letzten COVID-Beschränkungen galten.

Gespaltene Wirtschaftsentwicklung

Während Industrie und Außenhandel boomen, leidet die Binnennachfrage. Die Exporte legten im Juni um 27% zu, und die Industrieproduktion stieg im ersten Halbjahr um 5,4%. Der Exportboom dürfte die Handelskonflikte mit Europa und den USA verschärfen. Die chinesische Zollbehörde meldete zudem einen deutlichen Anstieg der monatlichen Autoexporte auf über eine Million Fahrzeuge. Im Inland dagegen brechen die Autoverkäufe um 16% ein, während die Einzelhandelsumsätze mit 1,3% nur moderat stiegen.

Immobilienkrise und rückläufige Investitionen

Der Immobilienmarkt bleibt das größte Problem: Die Investitionen in den Sektor brachen im ersten Halbjahr um 18% ein, der Wert verkaufter Neubauten sank um 13,6%. Auch die Gesamtinvestitionen gingen zurück, was Ökonom Li Daokui als „beispiellos“ bezeichnet. Regierungsberater Li Daokui warnte, dass die Probleme am Immobilienmarkt und die Arbeitslosigkeit dringend angegangen werden müssten, sonst drohten alle Wirtschaftsziele zu scheitern. Ministerpräsident Li Qiang forderte weitere Unterstützung mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Zukunftsbranchen.

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