Debatte um Social-Media-Verbot für Jugendliche gewinnt an Fahrt
Wichtige Fakten
- • Friedrich Merz befürwortet Social-Media-Verbot für Minderjährige wegen Sozialisationsproblemen.
- • CDU-Antrag aus Schleswig-Holstein will Mindestalter 16 mit Altersverifikation für Plattformen.
- • SPD fordert Verbot unter 14 und eingeschränkte Versionen bis 16.
- • Digitalminister Wildberger unterstützt Altersbeschränkungen, betont aber auch Medienkompetenz.
- • Schulleitungsverband warnt: Verbote allein lösen Probleme nicht, fordert einheitliche Regeln.
Politische Positionen
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) äußert im Podcast "Machtwechsel" Sympathien für ein Social-Media-Verbot für Minderjährige und argumentiert, dass exzessive Bildschirmzeit von bis zu fünf Stunden täglich bei 14-Jährigen zu Persönlichkeitsdefiziten und Problemen im Sozialverhalten führen kann. Er betont, dass Kinder Zeit zum Spielen und Lernen brauchen, und vergleicht die Einführung in Social Media kritisch mit Alkohol in der Grundschule.
Konkrete Vorschläge und Unterstützung
Für den CDU-Parteitag in Stuttgart liegt ein Antrag aus Schleswig-Holstein vor, der vom Landeschef Daniel Günther und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst unterstützt wird und ein Mindestalter von 16 Jahren für Plattformen wie Instagram und TikTok mit verpflichtender Altersverifikation vorschlägt. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert in einem Positionspapier ein vollständiges Verbot für Kinder unter 14 Jahren und für Jugendliche unter 16 eine "verpflichtende Jugendversion" ohne algorithmengesteuerte Belohnungssysteme.
Weitere Stimmen und Hintergrund
Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) unterstützt Altersbeschränkungen, betont aber auch die Notwendigkeit, junge Menschen im Umgang mit Medien zu ertüchtigen. Der Allgemeine Schulleitungsverband fordert bundeseinheitliche Regelungen, warnt jedoch, dass Verbote allein die Herausforderungen nicht dauerhaft lösen, und nennt Beispiele wie Konzentrationsprobleme und Cybermobbing. Kanzleramtsminister Thorsten Frei erwartet eine breite Debatte auf dem Parteitag, um eine Balance zwischen Schutz und Medienkompetenz zu finden.
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