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International 19.01.2026, 01:46 Aktualisiert: 19.01.2026, 16:12

Japan: Tepco verschiebt Neustart von Reaktor 6 in Kashiwazaki-Kariwa – Widerstand in Niigata hält an

Das Kernkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa in der Präfektur Niigata ist mit sieben Reaktoren und insgesamt 8,2 Gigawatt Leistung das größte Atomkraftwerk der Welt und erstreckt sich über rund 4,2 Quadratkilometer.

Wichtige Fakten

  • Das Kernkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa in der Präfektur Niigata ist mit sieben Reaktoren und insgesamt 8,2 Gigawatt Leistung das größte Atomkraftwerk der Welt und erstreckt sich über rund 4,2 Quadratkilometer.
  • Seit 2012 erzeugt die Anlage keinen Strom mehr; die Abschaltungen erfolgten im Zuge der Reaktorstillstände nach der Fukushima-Katastrophe 2011.
  • Betreiber ist Tokyo Electric Power (Tepco), das auch für Fukushima Daiichi verantwortlich war.
  • Tepco plant den Neustart von Reaktor 6; dieser könnte die Stromversorgung im Raum Tokio um etwa 2% erhöhen.
  • Laut NHK wurde der Neustart, der ursprünglich für den folgenden Tag geplant war, am Montag verschoben, nachdem bei einem Ausrüstungstest am Wochenende ein Alarm nicht korrekt funktionierte; der Reaktor soll nun „in den nächsten Tagen“ ans Netz gehen.
  • Im 30-Kilometer-Umkreis leben rund 420.000 Menschen, die im Ernstfall evakuiert werden müssten; besonders im Winter werden blockierte Straßen, die Situation älterer Menschen und die Umsetzbarkeit der Evakuierungspläne kritisiert.
  • Tepco verweist auf zusätzliche Schutzmaßnahmen (u. a. Tsunami-Schutzwälle und wasserdichte Türen), mobile dieselbetriebene Notstromaggregate, zusätzliche Feuerlöschkapazitäten sowie modernisierte Filtersysteme zur Begrenzung radioaktiver Freisetzungen.
  • Tepco kündigte an, über zehn Jahre 100 Milliarden Yen in Niigata investieren zu wollen, um Vertrauen zu gewinnen.
  • Eine Umfrage der Präfekturregierung ergab, dass mehr als 60% der Menschen im 30-Kilometer-Umkreis die Bedingungen für einen Neustart nicht als erfüllt ansehen.
  • Die Anlage liegt in einer seismisch aktiven Region; beim Offshore-Erdbeben der Stärke 6,8 im Juli 2007 kam es zu Schäden und einem Transformatorbrand, drei laufende Reaktoren schalteten sich damals automatisch ab.
  • Neu: Der Guardian berichtet, dass in Japan von 33 grundsätzlich betriebsfähigen Reaktoren derzeit 14 in Betrieb sind; vor Fukushima liefen 54 Reaktoren und lieferten etwa 30% des Stroms.
  • Neu: Laut Guardian geriet die Branche kurz vor dem geplanten Neustart zusätzlich in die Kritik, nachdem Chubu Electric Power bei einer regulatorischen Überprüfung für das stillstehende AKW Hamaoka seismische Risikodaten gefälscht haben soll.
Rund 15 Jahre nach Fukushima rückt Japans Rückkehr zur Kernenergie erneut in den Fokus: Tepco will im Atomkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa (Präfektur Niigata) Reaktor 6 wieder hochfahren. Der Neustart, der laut NHK ursprünglich für den folgenden Tag vorgesehen war, wurde jedoch kurzfristig verschoben, nachdem bei einem Ausrüstungstest am Wochenende ein Alarm nicht korrekt funktionierte. Nun soll der Reaktor „in den nächsten Tagen“ ans Netz gehen. Kashiwazaki-Kariwa gilt mit sieben Reaktoren und 8,2 Gigawatt Leistung auf 4,2 Quadratkilometern als größtes Atomkraftwerk der Welt, produziert aber seit 2012 keinen Strom mehr. Reaktor 6 könnte die Versorgung im Großraum Tokio um etwa zwei Prozent erhöhen und wäre ein Meilenstein in Japans energiepolitischer Strategie, Kernkraft zur Erreichung von Klimazielen und zur Stärkung der Versorgungssicherheit zu nutzen. Vor Ort bleibt die Skepsis groß: Rund 420.000 Menschen leben im 30-Kilometer-Umkreis und zweifeln an Sicherheit und Evakuierungsfähigkeit – besonders bei starkem Schneefall und mit Blick auf eine ältere Bevölkerung. Tepco verweist auf Nachrüstungen wie Tsunami-Schutzwälle und wasserdichte Türen, mobile Notstromaggregate, zusätzliche Löschkapazitäten und modernisierte Filtersysteme sowie auf Investitionen von 100 Milliarden Yen über zehn Jahre. Gleichzeitig zeigt eine Präfekturumfrage anhaltenden Widerstand: Mehr als 60% halten die Voraussetzungen für einen Neustart nicht für erfüllt. Zusätzlich wird die Debatte durch neue Kritik am Sektor verschärft: In Japan sind laut Guardian von 33 betriebsfähigen Reaktoren derzeit 14 am Netz (vor Fukushima: 54 Reaktoren, rund 30% Stromanteil). Zudem sorgte der Vorwurf für Aufsehen, Chubu Electric Power habe bei einer Regulierungsprüfung für das stillstehende AKW Hamaoka seismische Risikodaten gefälscht. In Niigata verstärken auch die seismisch aktive Lage und frühere Schäden am Standort (Erdbeben 2007) die Sorgen.

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