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Argentiniens Autozulieferer warnen vor Jobverlusten durch EU‑Mercosur-Abkommen – Zölle auf Autoteile sollen fallen
Die argentinische Autozuliefererbranche beschäftigt laut Verband rund 50.000 Menschen.
Wichtige Fakten
- • Die argentinische Autozuliefererbranche beschäftigt laut Verband rund 50.000 Menschen.
- • Die Importzölle auf Autoteile in den Mercosur-Staaten liegen derzeit bei etwa 14 bis 18 Prozent und sollen im Rahmen des EU-Mercosur-Abkommens schrittweise abgebaut werden.
- • Studien aus dem Jahr 2019 sehen im Worst-Case-Szenario bis zu ein Drittel der Arbeitsplätze in Argentiniens Autobranche gefährdet; Experten halten diese Analysen weiterhin in großen Teilen für relevant, insbesondere falls Zölle in großen Schritten sinken.
- • Juan Cantarella, Präsident des Verbands der argentinischen Autozulieferer, warnt vor einer „Zeitdifferenz“: Handelsöffnungen könnten schneller erfolgen, als sich Unternehmen anpassen können, was kurzfristig Stellenabbau begünstigen könnte.
- • Zulieferer befürchten, dass günstigere EU-Teile – darunter aus der starken deutschen Branche – argentinischen Anbietern Marktanteile kosten könnten.
- • Der brasilianische Diplomat Roberto Jaguaribe (ehemals Botschafter Brasiliens in Berlin und bei der EU) sieht im Abkommen eine Chance für wettbewerbsfähige, globale Produktionsketten und betont einen kommerziellen Nutzen für EU und Mercosur.
- • Cantarella weist auf Grenzen einer stärkeren Vernetzung hin: Argentinien produziert vor allem Pick-ups, die in Europa vergleichsweise wenig nachgefragt werden, und sieht daher weiterhin den heimischen Markt als Schwerpunkt mit Wachstumspotenzial.
Argentiniens Autozulieferer blicken weiterhin mit Sorge auf das EU‑Mercosur-Abkommen. Sie erwarten stärkere Konkurrenz durch günstigere Importe aus Europa, sobald die derzeitigen Zölle auf Autoteile in den Mercosur-Staaten (rund 14 bis 18 Prozent) schrittweise abgebaut werden. Die Branche gilt als zentraler Industriezweig und beschäftigt nach Angaben des Verbands etwa 50.000 Menschen.
Verbandspräsident Juan Cantarella warnt vor einer „Zeitdifferenz“: Handelsöffnungen könnten schneller greifen, als Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen können – mit kurzfristig „unerwünschten Effekten“ bis hin zu Stellenstreichungen. Als Worst-Case werden weiterhin Studien aus dem Jahr 2019 genannt, denen zufolge bis zu ein Drittel der Jobs in Argentiniens Autobranche gefährdet sein könnte, falls Zölle in großen Schritten sinken.
Der brasilianische Diplomat Roberto Jaguaribe hält die Entwicklung dagegen für weniger dramatisch und sieht Chancen in transatlantischen, wettbewerbsfähigen Produktionsketten mit kommerziellem Nutzen für beide Seiten. Cantarella betont jedoch Grenzen solcher Vernetzung, da Argentinien vor allem Pick-ups produziere, die in Europa kaum gefragt seien – und setzt daher weiter auf Wachstumspotenzial im vergleichsweise weniger gesättigten heimischen Markt.
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