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Musk polarisiert mit kolonial aufgeladenen X-Posts – und streitet in Südafrika weiter um Starlink-Regeln
Elon Musk leitete auf X ein provokantes „Damals/Heute“-Posting mit angeblichen Bildern aus Südafrika und dem kolonialen „Rhodesien“ (heute Simbabwe) an seine mehr als 230 Millionen Abonnenten weiter und verschaffte ihm damit enorme Reichweite (Tagesschau, Stand 16.01.2026).
Wichtige Fakten
- • Elon Musk leitete auf X ein provokantes „Damals/Heute“-Posting mit angeblichen Bildern aus Südafrika und dem kolonialen „Rhodesien“ (heute Simbabwe) an seine mehr als 230 Millionen Abonnenten weiter und verschaffte ihm damit enorme Reichweite (Tagesschau, Stand 16.01.2026).
- • In dem Posting werden Fotos aus den 1960er-Jahren „sauberen“ Innenstädten gegenübergestellt; auf der „Heute“-Seite sollen schwarze Menschen bedrohlich wirken, u.a. mit einem Schild „Tötet die Weißen“, zusätzlich wird mit einem „Coming soon!“-Verweis auf eine US-Stadt eine ähnliche Entwicklung im Westen angedeutet (Tagesschau).
- • Ein politischer Analyst (Mbulle Nziege Leonard/First Post Africa) ordnet Musks Auftreten als zunehmende Annäherung an rechtsgerichtete, weiß-nationalistische Narrative ein; in Südafrika weisen Präsident, Regierung und Oppositionsparteien entsprechende Diskriminierungsbehauptungen als unbegründet zurück (Tagesschau).
- • Musk verknüpft seine scharfe Kritik an Südafrika auch mit wirtschaftlichen Interessen: Er will Starlink im Land betreiben, lehnt aber gesetzliche Vorgaben ab, wonach mindestens 30% eines Unternehmens im Besitz historisch benachteiligter Gruppen sein müssen; er bezeichnet die Lage als „absurd“, weil er als gebürtiger Südafrikaner keine Lizenz bekomme, „weil er nicht schwarz sei“ (Tagesschau).
- • Südafrikanische Politiker weisen Musks Vorwürfe zurück: Julius Malema (EFF) droht, Starlink werde „niemals“ in Südafrika zum Einsatz kommen, solange Starlink sich weigere, die Gesetze einzuhalten; der ANC lehnt Zugeständnisse ab und betont die Fortführung der Transformationspolitik (Tagesschau).
- • Kritiker halten Musks Warnungen vor „afrikanischen Verhältnissen“ trotz realer Missstände für problematisch, weil er historische Ursachen wie Kolonialismus und Apartheid ausblende (Tagesschau).
- • Parallel läuft in den USA ein Rechtsstreit um mutmaßlich durch Grok erzeugte sexualisierte Deepfakes: Ashley St Clair klagte in New York gegen xAI; xAI kontert und verweist auf Texas als Gerichtsstand; X kündigte Einschränkungen/Geoblocking an, es gibt jedoch Berichte über fortbestehende Umgehungsmöglichkeiten über die Grok-App (BBC, wie im bisherigen Artikelstand).
Elon Musks Verhältnis zu seinem Geburtsland Südafrika verschärft sich weiter. Auf X verstärkte er ein provokantes „Damals/Heute“-Posting, das mit vermeintlichen Bildern aus Südafrika und dem kolonialen „Rhodesien“ (heute Simbabwe) arbeitet: Links „aufgeräumte“ Innenstädte aus den 1960ern, rechts Szenen, in denen schwarze Menschen bedrohlich dargestellt werden – inklusive eines Schilds mit der Aufschrift „Tötet die Weißen“. Ein zusätzliches „Coming soon!“-Motiv mit einer US-Stadt soll die Botschaft transportieren, ein ähnlicher „Verfall“ drohe auch im Westen. Durch Musks Weiterleitung an über 230 Millionen Abonnenten erhielt die Darstellung enorme Reichweite.
Analysten sehen darin eine Anknüpfung an rechtsgerichtete, weiß-nationalistische Narrative, die in Südafrika von Präsident, Regierung und Oppositionsparteien als unbegründet zurückgewiesen werden. Hinter Musks Attacken stehen zudem handfeste wirtschaftliche Interessen: Er will Starlink in Südafrika betreiben, lehnt aber gesetzliche Vorgaben ab, nach denen mindestens 30 Prozent eines Unternehmens historisch benachteiligten Gruppen gehören müssen. Musk stilisiert sich dabei als Opfer „rassistischer Gesetze“.
Südafrikanische Politiker reagieren scharf: Die EFF um Julius Malema kündigt Widerstand gegen Starlink an, solange die Gesetze nicht eingehalten werden; der ANC weist jede Einmischung zurück und betont, die Transformationspolitik nicht für den Milliardär aufzugeben. Kritiker monieren zudem, Musks plakativer Vergleich blende zentrale historische Ursachen wie Kolonialismus und Apartheid aus – auch wenn es Stimmen gibt, die auf reale Missstände etwa in Simbabwe verweisen.
Parallel bleibt die Plattform/ KI-Frage brisant: In den USA läuft weiterhin ein Verfahren um mutmaßlich mit Grok erzeugte sexualisierte Deepfakes, in dem xAI juristisch kontert und X zwar Einschränkungen ankündigte, aber weiterhin von Umgehungsmöglichkeiten berichtet wird.
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