Teilen:
Inland 20.01.2026, 06:36 Aktualisiert: 20.01.2026, 20:04

Diskussion über hohen Krankenstand und telefonische Krankschreibung in Deutschland intensiviert sich

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) plant eine Überprüfung der Regeln zur telefonischen Krankschreibung, um Missbrauch zu vermeiden.

Wichtige Fakten

  • Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) plant eine Überprüfung der Regeln zur telefonischen Krankschreibung, um Missbrauch zu vermeiden.
  • Bundeskanzler Friedrich Merz kritisiert den hohen Krankenstand in Deutschland und stellt die Praktikabilität der telefonischen Krankschreibung infrage.
  • Beschäftigte in Deutschland waren laut DAK-Gesundheit 2025 im Schnitt 19,5 Kalendertage krankgeschrieben.
  • Atemwegserkrankungen, psychische Erkrankungen und Muskel-Skelett-Probleme sind häufige Gründe für Krankmeldungen.
  • Die telefonische Krankschreibung machte zuletzt nur 0,9 Prozent aller Fälle aus und es gibt keine Hinweise auf einen systematischen Missbrauch.
  • Der Kassenärzteverband und die Arbeitgeberverbände haben Bedenken bezüglich der telefonischen Krankschreibung und fordern deren Überprüfung.
Die Diskussion um den hohen Krankenstand in Deutschland und die Rolle der telefonischen Krankschreibung bleibt hitzig. Bundeskanzler Friedrich Merz und Gesundheitsministerin Nina Warken haben ihre Bedenken jüngst verstärkt zum Ausdruck gebracht. Warken plant eine Evaluierung der aktuellen Regelungen zur telefonischen Krankschreibung, um Missbrauch zu unterbinden. Der Krankenstand in Deutschland, mit durchschnittlich 19,5 krankgeschriebenen Tagen pro Arbeitnehmer im Jahr 2025, wurde von Merz als zu hoch bezeichnet. Er stellte die Frage, ob Arbeitnehmer sich zu leichtfertig krankschreiben lassen. Entgegen den Aussagen von Union und Arbeitgeberverbänden gibt es allerdings Studien, die den Anteil der telefonischen Krankschreibung an der Gesamtzahl der Krankschreibungen als sehr gering einstufen und keinen systematischen Missbrauch feststellen konnten. Gewerkschaften und Linke lehnen die Kritik ab und warnen vor einem Generalverdacht gegen Arbeitnehmer.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.