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Crans-Montana: Kanton zahlt 10.000 Franken Soforthilfe – Ermittlungen bringen neue Vorwürfe und Haft-/Reisebeschränkungen
Der Kanton Wallis zahlt den Opfern und Hinterbliebenen der Brandkatastrophe in Crans-Montana eine Soforthilfe von je 10.000 Schweizer Franken (ca. 10.740 Euro).
Wichtige Fakten
- • Der Kanton Wallis zahlt den Opfern und Hinterbliebenen der Brandkatastrophe in Crans-Montana eine Soforthilfe von je 10.000 Schweizer Franken (ca. 10.740 Euro).
- • Die Zahl der Toten bleibt bei 40; 116 Personen wurden in Krankenhäusern behandelt, rund 80 davon weiterhin schwerverletzt.
- • Betroffene sollen direkt vom Kanton kontaktiert werden, um die Auszahlung zu regeln.
- • Eine Stiftung zur Sammlung und Verteilung von Spenden an Betroffene soll eingerichtet werden; Modalitäten sind noch offen.
- • Nach bisherigen Ermittlungen lösten funkensprühende Partyfontänen beim Silvesteranlass brennbares Schaumstoffmaterial an der Decke der Bar „Le Constellation“ aus; das Feuer breitete sich rasend schnell aus.
- • Der Kanton Valais hat pyrotechnische Gegenstände in öffentlich zugänglichen Innenräumen verboten; Gemeinde Crans-Montana hat ein entsprechendes Verbot ebenfalls beschlossen.
- • Die Strafverfolgungsbehörden ermitteln wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Verursachung eines Brandes.
- • Der Mann des Betreiber-Ehepaars (Jacques Moretti) befindet sich in Untersuchungshaft; laut Behörden beträgt die erste Haftperiode 90 Tage.
- • Die Betreiberin Jessica Moretti wurde mit einem Reiseverbot belegt, musste ihren Pass abgeben und muss sich nach Angaben der Behörden täglich bei der Polizei melden (als Alternative zur Untersuchungshaft).
- • Laut BBC wurde eine der Getöteten als die 24-jährige Cyane Panine identifiziert; die Anwältin der Familie beklagt, dass Panine keine Sicherheitsunterweisung erhalten habe und von den Arbeitgebern gebeten wurde, während des Abends Flaschen mit angebrachtem Feuerwerk zu servieren.
- • Berichten zufolge hatten die Betreiber nach eigenen Angaben zuvor jahrelang ähnliche Einsätze mit Funken in Flaschen durchgeführt.
- • Ermittlungsunterlagen und Behördenangaben legen nahe, dass in der Bar seit Jahren keine Sicherheitskontrollen bzw. Abnahmen mehr erfolgt sein könnten (Bericht: keine Sicherheitschecks für fünf Jahre).
- • Medien berichten, dass Angehörige der Opfer, einschließlich einiger Familienmitglieder, bereits Unterstützung und Kondolenzbekundungen von Stellen außerhalb der Schweiz erhalten haben (Bericht: Treffen mit dem Papst, laut BBC).
Der Kanton Wallis hat bestätigt, den Opfern und Hinterbliebenen der Brandkatastrophe in Crans-Montana eine Soforthilfe von jeweils 10.000 Schweizer Franken zu zahlen. Die Zahl der Todesopfer liegt weiterhin bei 40, 116 Personen wurden infolge des Feuers in Krankenhäusern behandelt, rund 80 von ihnen sind schwer verletzt. Die Betroffenen sollen vom Kanton direkt kontaktiert werden, um die Auszahlung zu regeln.
Zusätzlich kündigten die Behörden die Gründung einer Stiftung an, über die eingehende Spenden von Privatpersonen und Organisationen gesammelt und nach noch festzulegenden Modalitäten an die Betroffenen verteilt werden sollen. Sowohl die Gemeinde Crans-Montana als auch der Kanton verbieten pyrotechnische Gegenstände in öffentlich zugänglichen Innenräumen. Nach bisherigen Ermittlungen hatten funkensprühende Partyfontänen während der Silvesterfeier Schaumstoff an der Decke in Brand gesetzt; das Feuer breitete sich in der Bar "Le Constellation" sehr schnell aus.
Die Strafverfolgungsbehörden ermitteln wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Verursachung eines Brandes. Neuere Berichte nennen konkrete Maßnahmen der Justiz: Der Betreiber Jacques Moretti befindet sich in Untersuchungshaft (erste Haftperiode laut Behörden 90 Tage), während seine Ehefrau Jessica Moretti ein Reiseverbot erhalten hat, ihren Pass abgeben musste und sich täglich bei der Polizei melden muss – eine Alternative zur Untersuchungshaft.
Medienberichten zufolge wurde eine der Opfer als die 24-jährige Cyane Panine identifiziert. Die Anwältin der Familie erhebt schwere Vorwürfe: Panine habe keine Sicherheitsunterweisung erhalten und sei auf Anweisung der Arbeitgeberinnen in Situationen eingesetzt worden, in denen Flaschen mit angefügten Funken (Partyfontänen) serviert wurden. Es wird zudem berichtet, dass die Betreiber solche Einsätze nach eigenen Angaben jahrelang praktiziert hätten. Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass in der Bar offenbar seit Jahren keine regelmäßigen Sicherheitsprüfungen oder Abnahmen stattgefunden haben sollen.
Die laufenden Ermittlungen werden klären müssen, welche Sicherheitsmängel vorlagen, wer für welche Pflichten verantwortlich ist und welche zivil- und strafrechtlichen Konsequenzen folgen. Die angekündigte Soforthilfe und die Stiftung sollen den Betroffenen erste finanzielle Unterstützung bieten; weitergehende Entschädigungen oder Klagen sind möglich.
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