Israel weitet Offensive im Libanon aus – zahlreiche Tote bei Luftangriffen
Wichtige Fakten
- • Israel ordnet Evakuierung für 14% des Libanon nördlich des Zahrani-Flusses an
- • Bei Angriff auf Familie in Adloun sechs Tote, darunter Kinder
- • Hisbollah-Drohne tötet israelische Soldatin im Norden Israels
- • Libanesischer Soldat bei israelischem Luftangriff in Nabatija getötet
- • UN-Gespräche zwischen Militärvertretern für Donnerstag angesetzt
Heftige israelische Luftangriffe erschüttern den Südlibanon
Das israelische Militär hat seine bislang größte Evakuierungsanordnung seit Inkrafttreten des Waffenstillstands erlassen. Betroffen sind große Teile des Südlibanon, die nun offiziell als 'Kampfzone' gelten. Die Aufforderung, sich nach Norden zu begeben, gründet auf dem Vorwurf an die Hisbollah, die Waffenruhe fortgesetzt zu verletzen. Laut Medienberichten erstreckt sich die Warnzone über rund 300 Ortschaften südlich des Zahrani-Flusses – etwa 14 Prozent des libanesischen Staatsgebiets.
Zahlreiche zivile Opfer bei Angriffen
Bei israelischen Angriffen wurden am Donnerstag mindestens sechs Mitglieder einer Familie getötet, die auf der Flucht nach Norden war, darunter Kinder. Ein Drohnenangriff auf ein Motorrad in Tyrus forderte zwei weitere Todesopfer. Die Küstenstadt Tyrus wird seit Tagen von schweren Luftangriffen erschüttert. Bewohner berichten von einer „schrecklichen Nacht“ mit ununterbrochenen Explosionen und Stromausfällen. Die Hälfte der libanesischen Armee – 35.000 Soldaten – wurde in den Süden entsandt, Israel bombardiert dort aber weiter.
Auch auf israelischer Seite und unter den UN-Soldaten gibt es Tote und Verletzte
Eine israelische Soldatin wurde bei einem Drohnenangriff der Hisbollah getötet, zwei weitere Soldaten verletzt. Zudem meldete die libanesische Armee unter Berufung auf humanitäre Helfer den Tod eines libanesischen Soldaten durch einen israelischen Luftangriff – wenn sich dieser westlich von Nabatija ereignete und ob es sich um dasselbe Ereignis wie das aus Beirut gemeldete handele, blieb jedoch unklar. Die UN-Mission Unifil meldete am dritten Tag in Folge eigene Verletzte und Zwischenfälle mit ihren Fahrzeugen, die durch israelische Angriffe getroffen wurden.
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