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International 19.01.2026, 04:30 Aktualisiert: 19.01.2026, 20:05

WEF 2026 in Davos: Motto „Geist des Dialogs“ – doch Trump dominiert die Agenda

Das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos findet 2026 zum 56. Mal statt; das offizielle Motto lautet „Geist des Dialogs“.

Wichtige Fakten

  • Das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos findet 2026 zum 56. Mal statt; das offizielle Motto lautet „Geist des Dialogs“.
  • Für das Treffen werden 65 Staats- und Regierungschefs erwartet; US-Präsident Donald Trump ist einer von ihnen.
  • Trumps Rede am Mittwochnachmittag gilt als zentraler Aufmerksamkeitspunkt des Treffens.
  • Laut WEF-Managementmitglied Stephan Mergenthaler versteht sich das Forum seit seiner Gründung 1971 als neutrale Plattform; in Davos ist zudem der Leitsatz „Den Zustand der Welt verbessern“ präsent.
  • Der Politökonom David Bach (IMD Lausanne) erwartet in vielen offiziellen WEF-Sessions deutliche Kritik an Trumps Wirtschafts-, Außen- und Klimapolitik, während im Treffen Trumps mit CEOs eher eine schmeichelnde Atmosphäre zu erwarten sei.
  • Als Themen, die in Davos zur Sprache kommen dürften, werden u.a. Trumps Handelskonflikte, neue Zolldrohungen gegen europäische Länder, seine Besitzansprüche auf Grönland sowie laut Bach auch der „Angriff auf Venezuela“ und eine „systematische Zerstörung der Vereinten Nationen“ genannt.
  • Am Sonntag gab es Proteste gegen Trump: Die Juso Schweiz demonstrierte unter dem Motto „No WEF – Stop Trump“; Juso-Präsidentin Mirjam Hostetmann forderte einen härteren Umgang mit Trump statt Dialog.
  • Geopolitische Themen prägen das Programm 2026; Diskussionsrunden zu Klimaschutz, Entwicklungshilfe, Frauenförderung oder Diversität sind im Vergleich zu früheren Jahren stark zurückgegangen.
Das Weltwirtschaftsforum (WEF) startet 2026 in Davos unter dem Motto „Geist des Dialogs“ – ein Anspruch, der nach Einschätzung von Beobachtern nur bedingt zur Politik von US-Präsident Donald Trump passt. Dennoch dominiert Trump die Agenda: Seine Rede am Mittwochnachmittag gilt als größter Aufmerksamkeitspunkt des 56. Treffens, zu dem insgesamt 65 Staats- und Regierungschefs erwartet werden. Während WEF-Manager Stephan Mergenthaler den neutralen Plattform-Anspruch des Forums seit der Gründung 1971 betont und in Davos der Leitsatz „Den Zustand der Welt verbessern“ sichtbar ist, rechnen Experten mit deutlichen Kontroversen. Der Politökonom David Bach (IMD Lausanne) erwartet, dass Trumps Handelskonflikte, neue Zolldrohungen gegen europäische Länder und seine Besitzansprüche auf Grönland in vielen offiziellen Sessions kritisiert werden – zudem nennt Bach auch den „Angriff auf Venezuela“ sowie eine „systematische Zerstörung der Vereinten Nationen“ als Themen, die in Davos zur Sprache kommen dürften. Gleichzeitig prognostiziert er, dass Trump von dieser Kritik wenig mitbekommt und in seinem Treffen mit Unternehmenschefs eher mit Schmeichelei rechnen kann. Begleitet wird der Auftakt von Protesten: Die Juso Schweiz demonstrierte am Sonntag unter „No WEF – Stop Trump“ und warf der Schweizer Politik vor, Trump den roten Teppich auszurollen; Juso-Chefin Mirjam Hostetmann forderte statt Dialog eine klare Abgrenzung. Insgesamt zeigt sich erneut die programmatische Verschiebung: Geopolitik steht im Zentrum, klassische Davos-Themen wie Klima, Entwicklung oder Diversität sind im Programm weit in den Hintergrund gerückt.

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