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Uganda: Wahlkommission erklärt Museveni erneut zum Sieger – Internet-Blackout, Gewaltberichte und Streit um Bobi Wine
Die ugandische Wahlkommission erklärte Präsident Yoweri Museveni (81) zum Sieger der Präsidentenwahl: 72% der Stimmen für Museveni, 25% für Bobi Wine (BBC).
Wichtige Fakten
- • Die ugandische Wahlkommission erklärte Präsident Yoweri Museveni (81) zum Sieger der Präsidentenwahl: 72% der Stimmen für Museveni, 25% für Bobi Wine (BBC).
- • Museveni ist seit 1986 an der Macht und verlängert mit dem Wahlsieg seine rund vier Jahrzehnte währende Amtszeit um weitere fünf Jahre; es ist sein siebter Wahlsieg (BBC).
- • Bobi Wine wies das Ergebnis als „fake results“ zurück und sprach von „ballot stuffing“; konkrete Belege legte er bislang nicht vor, eine offizielle Reaktion der Behörden auf die Betrugsvorwürfe blieb zunächst aus (BBC).
- • Der Leiter der Wahlkommission, Simon Byabakama, rief nach Verkündung des Ergebnisses dazu auf, die Resultate zu akzeptieren und Einheit zu wahren (BBC).
- • Wahlbeobachter der Afrikanischen Union erklärten, sie hätten „keine Hinweise auf Wahlurnenstopfen“ gesehen; Missionsleiter Goodluck Jonathan kritisierte zugleich die Internetabschaltung und verwies auf Berichte über Einschüchterungen, Festnahmen und Entführungen (BBC).
- • Seit Tagen ist der Internetzugang in Uganda abgeschaltet bzw. stark eingeschränkt; die Behörden begründen dies mit dem Kampf gegen Desinformation und Gewaltaufrufe, das UN-Menschenrechtsbüro kritisierte den Schritt als „zutiefst besorgniserregend“ (BBC; Tagesschau).
- • Wines Umfeld meldete nach der Wahl ein Vorgehen von Sicherheitskräften gegen ihn: Sein Assistent sagte der BBC, Sicherheitskräfte seien in der Wahlnacht in sein Haus eingedrungen; zeitweise war sein Aufenthaltsort unklar (BBC).
- • Wines Partei NUP behauptete, er sei per Militärhubschrauber von seinem Grundstück in Kampala verschleppt worden; die Polizei widersprach und erklärte, Wine sei in seinem Haus und könne sich frei bewegen – die Angaben sind wegen der Lage und Kommunikationsbeschränkungen schwer unabhängig zu überprüfen (Tagesschau).
- • Ein Polizeisprecher erklärte, Wines Bewegungen seien eingeschränkt worden, weil sein Wohnumfeld ein Gebiet von „Sicherheitsinteresse“ bzw. ein „Sicherheits-Hotspot“ sei (BBC).
- • Zur Gewalt im Umfeld der Wahl gibt es widersprüchliche Angaben: Wine sprach von mindestens 21 Toten in den vergangenen Tagen, die Behörden bestätigten sieben Todesfälle (BBC).
- • Nach Angaben der Polizei starben zudem sieben Menschen und drei wurden verletzt, als Beamte nach eigener Darstellung in „Selbstverteidigung“ schossen; ein Abgeordneter widersprach und sprach von zehn Getöteten in seinem Haus (The Guardian).
- • Die Wahl war laut Berichten von technischen Problemen begleitet: Der Ausfall biometrischer Wähler-ID-Geräte verzögerte die Stimmabgabe in Städten, anschließend wurden teils manuelle Wählerlisten verwendet; Wine sieht darin eine Grundlage für Betrugsvorwürfe, Museveni billigte die Nutzung manueller Register (The Guardian).
- • In einer Stadt rund 50 Kilometer von Kampala entfernt wurden Ausschreitungen gemeldet; Polizei und ein Regionalpolitiker schildern den Vorfall unterschiedlich, genaue Zahlen zu Toten, Verletzten und Festnahmen sind unklar (Tagesschau).
- • Die Wahlbeteiligung lag bei 52,5%; sechs weitere Kandidaten kamen jeweils auf unter 2% (BBC).
- • Bobi Wine forderte zu gewaltfreien Protesten auf und verlangte die Wiederherstellung des Internetzugangs (BBC).
- • The Guardian berichtet zusätzlich, Wine habe die Entführung von Wahlhelfern („polling staff“) als Unregelmäßigkeit behauptet.
Die ugandische Wahlkommission hat Amtsinhaber Yoweri Museveni (81) laut BBC erneut zum Sieger der Präsidentenwahl erklärt. Demnach erhielt Museveni 72 Prozent der Stimmen, sein wichtigster Herausforderer Bobi Wine 25 Prozent – Museveni verlängert damit seine seit 1986 andauernde Herrschaft um weitere fünf Jahre und tritt seine siebte Amtszeit an. Wahlkommissionschef Simon Byabakama rief nach der Verkündung zur Akzeptanz der Ergebnisse und zur Einheit auf.
Wine wies das Resultat als „fake results“ zurück und sprach von „ballot stuffing“, rief aber zu gewaltfreien Protesten auf. AU-Wahlbeobachter erklärten, sie hätten keine Hinweise auf Wahlurnenstopfen gesehen; zugleich kritisierte AU-Missionsleiter Goodluck Jonathan die Internetabschaltung rund um die Wahl und verwies auf Berichte über Einschüchterungen, Festnahmen und Entführungen.
Neu sind Berichte über technische Probleme und Unregelmäßigkeiten: Laut The Guardian fielen in Städten biometrische Wähler-ID-Geräte aus, wodurch teils auf manuelle Wählerlisten umgestellt wurde – Wine sieht darin eine Grundlage für Manipulation, Museveni billigte das Vorgehen. Parallel gibt es weiterhin widersprüchliche Darstellungen über das Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen Wine: Seine Partei NUP behauptete laut Tagesschau, er sei per Militärhubschrauber von seinem Grundstück in Kampala verschleppt worden, die Polizei widersprach und erklärte, er sei in seinem Haus. Die BBC berichtete zudem von einem nächtlichen Eindringen von Sicherheitskräften in Wines Umfeld; ein Polizeisprecher sprach von Bewegungseinschränkungen wegen eines Gebiets von „Sicherheitsinteresse“.
Auch zur Gewaltlage kursieren unterschiedliche Angaben. Wine sprach laut BBC von mindestens 21 Toten in den vergangenen Tagen, während die Behörden bislang sieben Todesfälle bestätigten. Zusätzlich berichtete The Guardian von einem tödlichen Zwischenfall, bei dem die Polizei nach eigener Darstellung in „Selbstverteidigung“ schoss; ein Abgeordneter widersprach den Behördenangaben. Wegen des anhaltenden Internet-Blackouts und teils unklarer Informationslage sind viele Details weiterhin schwer unabhängig zu überprüfen.
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