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International 17.01.2026, 06:32 Aktualisiert: 17.01.2026, 20:08

USA benennen Mitglieder des Gaza-„Friedensrats“ – Israel kritisiert Einladungen, UN warnt vor dramatischer Lage

Die US-Regierung hat Phase zwei ihres 20-Punkte-Plans für Gaza gestartet; vorgesehen sind unter anderem Wiederaufbau und eine Übergangsverwaltung. Im Gazastreifen gilt laut tagesschau seit dem 10. Oktober 2025 eine Waffenruhe, die als brüchig gilt.

Wichtige Fakten

  • Die US-Regierung hat Phase zwei ihres 20-Punkte-Plans für Gaza gestartet; vorgesehen sind unter anderem Wiederaufbau und eine Übergangsverwaltung. Im Gazastreifen gilt laut tagesschau seit dem 10. Oktober 2025 eine Waffenruhe, die als brüchig gilt.
  • US-Präsident Donald Trump hat sieben Gründungsmitglieder des „Friedensrats“/„Board of Peace“ (founding executive board) ernannt: Jared Kushner, Außenminister Marco Rubio, Sondergesandter Steve Witkoff, Weltbankpräsident Ajay Banga, Apollo-CEO Marc Rowan, Sicherheitsberater Robert Gabriel und Ex-Premier Tony Blair; Trump will den Vorsitz übernehmen.
  • Der Friedensrat soll laut Weißem Haus neben dem Wiederaufbau auch Investitionen/Kapital sowie regionale Beziehungen vorantreiben; ein Treffen ist nächste Woche am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos geplant.
  • Laut BBC sind bislang keine Palästinenser in den beiden offiziell vorgestellten Senior-Gremien („founding executive board“ und „Gaza executive board“) vertreten; parallel existiert das palästinensische Technokratenkomitee NCAG für die Tagesverwaltung unter Leitung von Dr. Ali Shaath.
  • Nickolay Mladenow (Bulgarien) wurde als „Hoher Repräsentant für Gaza“ eingesetzt und soll vor Ort mit dem NCAG arbeiten sowie zwischen Übergangsverwaltung und den US-Strukturen vermitteln.
  • Trump ernannte US-Generalmajor Jasper Jeffers zum Kommandeur einer Internationalen Stabilisierungstruppe (ISF), die palästinensische Polizeikräfte ausbilden und für Sicherheit sorgen soll; Indonesien hat eine Teilnahme zugesagt, weitere Truppensteller sind offen.
  • Kanadas Premier Mark Carney will eine Einladung zur Mitarbeit annehmen; Argentiniens Präsident Javier Milei veröffentlichte eine Einladung und erklärte, es sei ihm eine Ehre. Ägypten prüft laut BBC eine Einladung an Präsident Abdel Fattah al-Sisi. (Zusammensetzung des obersten „Board of Peace“ mit Regierungschefs ist laut BBC/Guardian noch nicht formell bekanntgegeben.)
  • Israel hat laut Guardian Einwände gegen einige Einladungen/Ernennungen erhoben und erklärt, diese seien nicht mit Israel koordiniert und stünden seiner Politik entgegen; Premier Benjamin Netanjahu wies den Außenminister an, Kontakt mit US-Außenminister Rubio aufzunehmen.
  • Die humanitäre Lage bleibt laut UN/BBC kritisch: Die UN schätzt, dass rund 80% der Gebäude in Gaza zerstört oder beschädigt sind; für den Wiederaufbau werden u. a. etwa 60 Millionen Tonnen Trümmer genannt (BBC).
  • Die Waffenruhe bleibt fragil: Laut BBC wurden seit Inkrafttreten fast 450 Palästinenser bei israelischen Angriffen getötet; das israelische Militär meldet drei getötete Soldaten durch Angriffe palästinensischer Gruppen. Der Guardian nennt inzwischen mindestens 463 bis 464 Tote seit der Feuerpause (Zahlen jeweils nach Angaben des von Hamas geführten Gesundheitsministeriums in Gaza).
  • Laut Guardian/Unicef-Angaben wurden seit Beginn der Waffenruhe mehr als 100 Kinder in Gaza getötet; zudem meldet das Gesundheitsministerium mehrere Todesfälle von Säuglingen/Kleinkindern durch Unterkühlung im Winter.
Die US-Regierung treibt trotz anhaltender Gewalt und einer brüchigen Waffenruhe im Gazastreifen Phase zwei ihres 20-Punkte-Plans voran. Zentrale Schaltstelle ist ein neu aufgesetzter Friedensrat („Board of Peace“), dessen sieben Gründungsmitglieder Präsident Donald Trump offiziell benannt hat: Jared Kushner, Außenminister Marco Rubio, Sondergesandter Steve Witkoff, Weltbankpräsident Ajay Banga, Apollo-Chef Marc Rowan, Sicherheitsberater Robert Gabriel sowie der frühere britische Premier Tony Blair. Trump will dem Gremium vorsitzen; nach Angaben des Weißen Hauses soll es neben dem Wiederaufbau auch Investoren und Kapital mobilisieren und regionale Beziehungen ordnen. Ein erstes Treffen ist kommende Woche am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos geplant. Neu ist, dass laut BBC die bislang vorgestellten Senior-Strukturen keine palästinensischen Namen enthalten: Neben dem „founding executive board“ wurde ein „Gaza executive board“ angekündigt, das die Arbeit vor Ort über das Technokratenkomitee NCAG (geführt von Dr. Ali Shaath) überwachen soll. Nickolay Mladenow wurde als „Hoher Repräsentant für Gaza“ eingesetzt. Parallel ernannte Trump Generalmajor Jasper Jeffers zum Kommandeur einer Internationalen Stabilisierungstruppe, die Sicherheitsaufgaben übernehmen und palästinensische Polizeikräfte ausbilden soll; Indonesien hat eine Beteiligung zugesagt. Politisch wächst zugleich der Gegenwind: Israel hat laut Guardian Einwände gegen einige Einladungen zur Mitarbeit erhoben und spricht von nicht koordinierten Personalentscheidungen, die Israels Linie widersprächen. International wurden weitere Einladungen publik: Kanadas Premier Mark Carney will laut BBC zusagen, Argentiniens Präsident Javier Milei veröffentlichte eine Einladung, Ägypten prüft eine Beteiligung. Während die diplomatischen und administrativen Strukturen ausgebaut werden, bleibt die Lage in Gaza laut UN/BBC dramatisch: Rund 80% der Gebäude seien zerstört oder beschädigt, zudem erschweren Winterwetter, Trümmermassen und anhaltende Restriktionen sowie gegenseitige Schuldzuweisungen bei der Hilfe den Alltag. Die Waffenruhe gilt weiterhin als fragil; Medien berichten von hunderten Toten seit Inkrafttreten, darunter laut Guardian/Unicef mehr als 100 getötete Kinder, sowie weiteren Todesfällen durch Unterkühlung.

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